Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 35 (1913)
- Issue
- 3. Heft. (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 101 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 1 Sefardim. Von den 12 >/2 Million 01 Jaden anf Erden ist nnr 1/2 Million in von aaf die Sefardim za rechnen — ein Beweis dafür, dass diese, besseren Verhältnissen trotz alle■ Verfolgungen sich bewegend, der christlichen oder mohammedai ischen Umgebung aafgesogen worden sind. Die Aschkenasim dagegen, n grösserer Abgeschiedenheit lebend und weniger von der Geschichte begünstigt, haben darum die erhaltende Kraft der jüdischen Satzungen, des jüdischen Lebens, Denkens and Empfindens erfahren und djshalb eine ungleich grössere S jlbsländigkeit in der Wahrung ihrer Stammeseigenschaften gezeigt. Bei der Colonisationsfrage landelt es sich vorzugsweise um die Jaden des Ostens; und da beschäftigt sich der Verfasser mit den russisch-polnischen, mit den gal zischen und mit den ruminisc hen Juden. Für die Jaden Polens war cer Uebergang in die russische Oderhoheit verhängnisvoll. Wir sehe ב in der Darstellung des Verfassers die Juden bis aaf 5 Millionen und darüber wachsen. Gesetze, wie die des Wohnrechts in den zehn polnischen Gouvernements, welche zuerst keine laisächliche Schärfe belassen, sind später, als man die Ueierlegenheit der jüdischen Arbeitskraft bemerkte, in aller Strenge lestgehalten und verschärft worden; das begann, nachdem unter lern zweiten Alexander die Zügel nie 1t so straff gezogen worden waren, mehr und mehr seit dem Jahre 1882. Selbst in den Wohnsitzgoa rernements wurden die Juden von den Dörfern ferngehalten, so dass sich in den Städten ein unverhältnism issig grosser Prozentsatz zusamnendrängte, der bei besserer Verteilung günstiger auf alle Verhältiisse des Reiches hätte einwirken könntn. Da der Jade an der Vermahlung des Rohmaterials bei seinem Aus!chlass von der Landwirtschaft licht mitwirken konnte, so war es ilm unmöglich, in der Industrie sine entscheidende Grösse zu werden, inzwischen kräftigte sich in Pslen der Mittelstand, es entstand bei d 3r Landbevölkerung eine Flucht 1!ach der Stadt, so dass von zwei Seit( d die Jaden zurückgedrängt war len. Die Beschränkung der Teilnahme jüdischer Kinder am allgemeinen Unterricht hat bewirkt, dass in den jüngeren Altersklassen ein Rückgang bez. der neuzeitlichen Bildung vor sich gegangen ist und somit ein üauptmittel dem Juden geraubt ist, sich mit dem Christen auf eine Linie stellen zu können. Die galizischea Jaden kamen 1772 an Oesterreich. Auch lort wohnten sie stärker in den Städten als auf dem Lande. Von ihrem mageren Verdienst geht ein Teil an den (Jheder ab, ein Teil auf Miete, und mit etwa 4—5 Gulden wöchentlich werden 5—8 Köpfe erniJirt. Verhängnisvoll war die Entziehung der Schenken und ihrer Bewillig ing, wodurch die Mehrzahl der jüdischen Bevölkerung brotlos wurde, ln 10 Jahren hat der galizische Notstand 10(1000 Jaden aus Gal zien hinausgetrieben. * Wendet man sich nach Rumänien, so findet man 1003 12 000 jüdische Seelen im Lande; von 1831—38 wachsen diese in der Moldau auf 80 800; schliesslich wohnten in ganz Rumänien 268 000 Juden. Der Berliner Vertrag des Jahres 1878 legte dem rumänischen Staate