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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1913-01-01 · 2. Heft. (1913) · p. Seite 89

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
35 (1913)
Issue
2. Heft. (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 89 (sequence 41)
Language
German
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־ — 89 physische Welt immer schöner zi gestalten sacht, amsomehr drängt es überall auch den Veranlasser dieser ganzen Entwicklung, den V >11bringer des technischen Wunders] den Menschen, ror all den Unbilden za schützen, ihn wieder all die Gefahren za wappnen, die das neuzeitliche Hasten and Jagen in sich birgt Mit dem unaufhaltsar ten Fortschritt der kulturellen und technischen Entwickelung hält aich die sozialen Gesetzgebung eines konstitutionellen Staates Schritt; sie ob die Konstitution eine wirkliche praktisch realisiert sei, oder nur puf ist Überall der beste Gradmesser Lebensform angenommen, ob sie dem Papier gesichert ist. Der Anfang der heutigen sozialen und humanitären Einrichtung;en des Staates reicht bis in den Anfang des neunzehnten Jahrhunderts zurück, wo der Aufschwung des Folge der Verbreitung moderner auch im Mittelalter waren von a merklichen Anfänge vorhanden zu werden geeignet sind, blieben ßetriebslebcns einsetzte. Sie snd ein Gebilde neuerer Zeit, eine Schöpfung des Fortschritts und eine Kultur. Sowohl im Altertum י ne 1 diesen Institutionen kaum die un- Selbst die Fest- und Feiertage, die an erster Stelle — durch Unterbrechung der Arbeit — für lie tätigen uud arbeitenden Mensch«>n als soziale Einrichtung verwertet nid waren bis zur neueren Zeit nur festgesetzte Zeiten zur religiösen Andacht und Erbauung; die Arbeit war an diesen Tagen gestattet. Die Persönlichkeit des Individaur 1s, das Ich des Menschen, das durch eine zeitweilige Unterbrechung c er physischen Arbeit, also in den Feierstunden, eigentlich erst recht 2ur Geltung gefangen kann, erst recht sich zu entwickeln vermag, wurde bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht richtig verstanden nnd gewürdigt. Das Rasten von der Arbeit, eine zeitweilige Unterbrechung d >r physischen Tätigkeit, bildet den | ersten Anfang einer Fürsorge ingunsten der schwer ringenden ui Menschheit. In einer Zeit wo die und Weben der Erdensöhne bebe schwer kämpfenden Klasse der religiöse Beschäftigung das Lehm rscht, gibt wieder gerade dieses Moment am ehesten den Anlass zur innerlichen Tätigkeit. Wenn bis zur neueren Zeit diese grundlegende Ein^chtung aus Mangel an pra ttischer Einsicht vermisst wurde, sb braucht erst kaum erwähnt va werden, dass für höhere soziale Forderungen, wie etwa eine Staats- Versicherung für Wittwen und Waisen, das Verständnis voll und gaiz abging. j Nun muss zugegeben werden] dass sehr viele unserer heutig in Wohlfahrtseinrichtungen letzten Endes eine Forderung der neuest in Zeit seien. So wären z. B. Massnahmen gegen die Tuberkulose etwa

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