Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 35 (1913)
- Issue
- 2. Heft. (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 57 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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57 Der Chronik wird nachexilische Abfassang zagestanden. Doch wirkt es wobltaend, eine Fülle 10n Gründen für die Glaubwürdigkeit dieses Buches vorgetragen zu• sehen. Bei den Büchern Gsra und Nehemia wäre ein Eingehen anf die elcfantinischen Papyri durchaus am Platze gewesen, wie es VI. mit dem Achikar des Tobitbuches (S. 96) wirklich gemacht hat. Wir wollen diesem umfassenden Werke gegenüber uns mit einigen Bemerkungen begnügen, t ie auch unseren abweichenden Stand• pankt kennzeichnen mögen. ״Die Anordnung der Proplietennamen sucht der Talmud durch Spitzfindigkeit zu rechtfertigen.‘ Wahrscheinlich hat Vf. die Stellen in Bababathra im Auge. Der alte de Wette (Lehrb. d. hist. krit. Einl Berlin 1822 Sil) hat die talmadische Einleitung für ursprünglieber gehalten als die hellenistischen und das. S. 12 die vom Vf. bemängelte Begründung der Reihenfolge durch die Rabbinen gebracht. (S. das ): ״Die Könige enden mit der Zerstörung, Jeremia befasst sich vöUig mit dieser Zeit, Ezechiel am Ai fang, während er zuletzt den Trost folgen lässt, Jesaia ist überall vom Trost erfüllt, so schliessen wir Zerstörung an Zerstörung und Trost an Trost.“ Die Reihenfolge mischnischer Traktate hat die Richtigkeit dieser Betrachtungsweise für die Bibel bewiesen. ״Das dritte Buch I.eviticut, enthält sämtliche Gesetze von rein liturgischem Charakter . . . dazu ischen den Bericht über die Einweihung der Priester und des Hohenpriesters sowie über eine dadurch hervor• gerufene Empörung.“ Dazu bemerke ich, diss schon im Exodus gelegentlich der Einweihung des Stiftszeltes, die sic 1 von Exodus 40, 17 durch den Leviticus hindurch bis Kam 9, 23 (Schluss I.evitenweihe) erstreckt, und inNumeri solche gottesdienstlichen Gesetze finden. So die vom Vf. selbst angeführten Satzungen Num. II, 5 bis Ende; 6,1 — 21, 22—27; 9,1 — 14; 14; 16, 17; 18; dann die liturgischen Formeln Deut. 26,2—10 und 13—15. Und im Leviticus waren die mitten in Opfergesotzen befindlichen Mahnungen und Vorkehrungen zu erwähnen, welche eine Sühne des Unrechts nur in der Rückgabe, in dem Streben, das Verdorbene und die Verteilungen im bürgerlichen Leben gutzumechen, sehen — diese Satzurgen Lev. 5, 1—5 ff. 20—26 mussten besonders erwähnt werden, ebenso die Einrichtungen gegen! die Verarmung des Volkes Lev. 25,26, ganz besonders aber das berühmte Heiligkeitsgesetz Lev. 19 erwähnt werden, da hierin die Innerlichkeit des Opfer- und Priestergesetzes betont und begründet ist. Und das will doch der Vf. mit uns der E useitigkeit entgegensetzen, mit welcher man heute P. beurteilt. Beim Estorbuche müssen wir die Zusätze der griechischen Fassung als spätere Midraschim ansehen, zumal wir ganz genau anzugeben im Stando sind, durch ז'eiche Deutung die betr. Stelle stets hervorgerafen ist. Fesselnd and treffend ist die Zusammenstellung der Beweise für die Geschichtlicbke t des Esterbaches.