Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 35 (1913)
- Issue
- 1. Heft. (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 29 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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״Vollfest“ und den Sabbaten erweist sich jetzt als unrichtig, | J — 69 — i Tag wurde früher überhaupt nicht gefastet, denn die Fal. begehen ihn noch heute sehr fröhlich, und doch* fasten sie. Es sollte n&mlich die salomonische Einweihung des Tempels, die in diesen Tagen stattfand, jährlich festlich begangen werden (I Kön. 8,65). Auch die Annahme, dass einst der Rosch Chodesch als gleich gestellt, betrachtet werde, denn die Fal. lassen noch heute, an jedem Anfang dss Monats die Arbeit ruhen und doch ist diese Arbeiteinstellung in keiner Weise mit ihrer strengen Sabbatfeier zu vergleichen. j Und schliesslich erweist sich die Hypothese, das Buch Levitikus sei nachexilisch, als unrichtig. Denn die Fal. besitzen, wie bereits erwähnt, ausser der Thora nur ein paar biblische Bücher; ihre Lostrennung vom Volksganzen erfolgte also noch vor Abschluss des Kanons. Das Buch Levitikus besitzen sie aber auch. Allerdings erfolgte der Abschluss des Kanons lange nach dem Exil. Aber ähnlich den Fal. besitzen auch die Samaritaner, die sich doch lange vor Esra von Israel getrennt haben, die ganze Thora; ein Moment, das apologetischerseits gegen die genannte Hypothese ins Feld geführt wird. Wenn aber von der Kritik erwidert wird: als Esra mit dem Buch Levitikus kam, da haben es auch die Samaritaner, um hinter den Juden nicht zurückzustehen, angenommen; so fällt diese Antwort bei den Fal. weg, da sie zu dieser Zeit sich vom Volke bereits getrennt hatten. Eben daher haben sie auch den Namen ״Jude n“, der nach dem Exil allgemein war, nicht angenommen. Die oben ungelöst gelassene Frage: ob die Fal. Traditionsleugner sind oder ihnen nur aus irgend einem Umstand die mündliehe Ueberliefung abhanden gekommen ist, erfährt vielleicht bei einer genauen Betrachtung des Verhältnisses zwischen der religiösen Lehre der Fal. und der alexandrinischen Philosophie eine gewisse Lösung. Wie wir bereits oben bemerkten, kennen die Fal. verschiedene traditionelle Lehren, die sie beobachten. Auch erwähnten wir, dass sie ausser der Thora nur ein paar biblische Bücher kennen. Im Gegensatz hiereu besitzen die Fal. verschiedene apokryphische Bücher, die aus der alexandrinischen Schule herrühren. Sie besitzen das Buch dev Jubiläen (S. 87 Anm.; 95 |Anm. 3). Sie kennen das ״Gadla Abraham“ (Lebenswandel Abrahams), das ״Testament des Patriarchen Abrahams“ und seine Ermahnungen