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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1913-01-01 · 1. Heft. (1913) · p. Seite 28

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
35 (1913)
Issue
1. Heft. (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 28 (sequence 28)
Language
German
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28 gi&een Auffassung der FaL euch für die Bibelwissenschaft sehr interessant. Die Begründung der bibelwissenschaftlichen Theorien! gegen die wir das Zeugnis der Fal. anführen wollen, hier näher zu besprechen, ginge über den Rahmen eines Aufsatzes. Dann sind auch die hier für uns in Betracht kommenden Hypothesen ' genügend bekannt, so dass wir ein näheres Eingehen darauf für unnötig erachten. Im Folgenden wollen wir nur das Zeugnis der Fal. gegen ein paar der bekanntesten Hypothesen anführen. Die Annahme, dass das Neujahrsfest, wie wir es haben, eine esraitische Institution sei, wird durch das Zeugnis der Fal. widerlegt Denn einerseits nennen sie dies Fest, wie wir gesehen, den ״G 1 a n z der Monate“. Diese Bezeichnung bedeutet aber nicht etwas anderes als eben Neujahr, ähnlich wie der Nisanmonat, als Anfang des religiösen Kalenders ״ ראש חרשיםdas Haupt der Monate“ (Ex. 12,2) genannt wird. Andererseits beginnen die Fal. ihr religiöses Jahr, wie wir, mit Nisan (S. 77 Anm). Gleich uns haben sie demnach zwei Neujahrsanfänge: Nisan und Tisohri. ״Ihre Kalenderrechnung entspricht, mit minimalen Abweichungen, unsrer religiösen Zeitrechnung“ (Fait. S. 70 Anm.). Nun lässt sich der bei uns jetzt übliche Name des Neujahrs ראש דשנה zuerst bei Ezechiel nachweisen (40,1); ein Umstand, woraus man schloss, dass dies Fest zuerst im Exil eingeführt worden sei. Die diesbezügliche Bezeichnung des Festes seitens der Fal. lässt sich in der Bibel überhaupt nicht nachweisen, entspricht aber vollkommen der Benennung des biblischen Kalenderneujahrs ״H a u p t der Monate*. Somit ist es durchaus wahrscheinlich, dass die Fal. mit ihrem ״G lanz der Monate“ die ▼orbiblische Bezeichnung des Neujahrs bewahrt haben. Dies wäre dann wiederum ein Beweis, dass die Fal. sich bereits vor dem Exil vom Volkskörper getrennt haben. Unsere Annahme ist umso wahrscheinlicher, als die Bezeichnung ״Glanz der Monate“ als Benennung eines Frühlingsmonats sich bereits bei Salomo findet (vgl. I Kön. 6,1 ״ בשנה הרביעית בחדש זיו היא החדש השניIm vierten Jahr, im ״Glanzmonate“ dies ist der zweite Monat vgl. noch Rosch h. 11,9 .(* בחדש דו שנלדו בו דוחני עולם Ebenso unrichtig ist es aus dem Umstand, dass der Versöhnungstag einst sehr festlich begangen wurde (Tanit. 26 b לא היו יסים נדכים לישראל כט״ו באב דום הבםורים), schliessen zu wollen, an diesem ') in ist ein Monat des aas Inschriften bekannten phönisischen Kalender, der mit dem altiamaelitiscben äbereinstimate. (Red.)

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