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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1913-01-01 · 1. Heft. (1913) · p. Seite 24

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
35 (1913)
Issue
1. Heft. (1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 24 (sequence 24)
Language
German
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24 Samaritanern, die eich vor dem Abschluss des Kanons von dem jüdischen Volke getrennt haben and ,eben daher ausser dem Pentateuch nur noch das Buch Josua besitzen, haben die Fal. nebst der Thora nur noch ,einige Bücher der Bibel“ (ibid. S. 76 in der Anm.)• 2) Nach dem Bericht von R. David ben Simra (ibid.) fühlen sich die Fal. als Abkömmlinge des Stammes Dan. ונהנרר שהיא מזרע ישראל משבט ״דן״ אשר שוכנים כהרי כוש Nach Fait. wiederum bezeichnen sich die Fal. entweder mit diesem Namen selbst, also ״Falascha“ Fremdling (S. X Anm. 1) oder aber mit ״Biöta-Israel“ Haus Israel (ibid.); den Namen יהודם kennen die Fal. überhaupt nicht. (S. 88). Nun nannte man von dem babylonischen Exil ab das israelitische Volk gewöhnlich יהודים (vgl. Est. 8,17; Esr. 4,12; Papyrusfund ▼on Elephantine bei E. Sachau: י הוד י א כל כעלי י כ); die Fal., die sich abweichend vom ganzen jüdischen Volke, mit dem vorexilisehen Namen bezeichnen, scheinen demnach vor dem babylonischen Exil ausgewandert zu sein. 3) Das Posaunenfest (ראש השנה), das zwar auch die Fal. als Neujahr betrachten, wird von ihnen nicht, wie jetzt allgemein üblich und wie man es bereits bei Ezechiel (40,1) benannt findet, mit ראש השנה bezeichnet, vielmehr wird es: ,Berhan a-S e r k“ (Leuchte- , der Monate) gerufen (S. 99). Da nun die Fal. alle sonstigen Feste des Jahres!ebenso wie es heute, der Thora entsprechend and entlehnt, üblich ist, benennen, ausgenommen Roseh-haschono, welches in der Tat in der Thora nicht mit diesen Namen bezeichnet wird — selbstverständlich ist der Grundcharakter des Festes als ״Neujahr ebenso sinaitisch, wie die Vorschrift des Posaunengesetzes, aber diese Bezeichnung als solche findet sich in der ganzen vorexilischen Literatur nicht — so muss die Lostrennung der Fal. von dem jüdischen Volkskörper zu einer Zeit erfolgt sein, wo die Bezeichnung ראש השנה noch nicht eingeführt war; beim babylonischen Exil war dies bereits der Fall (Ezech. 40,1). 4) Das Niddagesetz wird von den Falaschafrauen in einer Weise abgehalten, (sie wohnen in einem besonderen ,Tukul Absonderungshaus“ (S. 152) wie es die anderen Juden nicht kennen. Ebenso feiern die Fal den Anfang eines jeden Monats in feierlichster Weise; sie enthalten sich vollkommen der Arbeit. Eine solche Feier in dieser strengen Weise ist nur als vorexilisch nachweisbar (vgl. II Kön. 5, 23; I Sam. 20,19f; Am. 8,4; Jes. 1,13; Ezech. 46,1).

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