Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 35 (1913)
- Issue
- 1. Heft. (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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— 2 1 — U « b r die Falasehas. Von Dr. A. N i'uwirth-Msim. , Die neuesten Forschungsreisen in dem Reich des ״Königs der Könige“ galten einem bisher fast unbekannten und versprengten Volksstamm, der seine Zugehör gkeit zum Judentum entschieden behauptet, ihn n&her kennen Ober seine Abstammung genau schon seit vielen Jahrhunderte zu lernen und die Angaben zu prflfen. In Abessinien lebt ״ein Bruchteil der Bevölkerung nach den Sitten und Bräuchen der Thora und des Judentums“. Es sind dies die Falaschas (das Wort bedeutet: die Fremden). Bis in die neueste Zeit hinein sind über die Sitten und Bräuche der Falaschas zu uns nur ganz unzuverlässige Nachrichten gelangt. Das zu Livorno gedruckte שרית רדב״ז , enthält über diesen Gegenstand ein Gutachten. Dasselbe wurde durch folgendes Vorkomnis veranlasst. Ein Falaschamädchen' wurde gefangen genommen und nach Nordafrika gebracht. Die Gefangene machte verschiedene Aussageu, die zu mancherlei Fragen Anlass gaben. Die Bekundung des Mädchens wurde 8. Z. von keiner anderen Seite bestätigt. Nun berichtet die abessinisehe Literatur, dass eine grosse jüdische Einwanderung bereits unter Salomo stattgefanden haben 8011. Aber dies! Ueberlieferung ist mit vielem sagenhaftem Beiwerk vermengt, so dass die Zuverlässigkeit dieser Nachricht vielen Zweifeln aus gesetzt ist. Mit besonderem Interesse verfolgte man daher die neueste Forschungsreise von J. Faitlowitsch nach Abessinien, die eine genaue Feststellung über die Lebensweise der Falaschas bezweckte. Das Unternehmen sollte zwiefachen Zwecken dienen; erstens das religiöse Bekenntnis der Falaschas festzustellen; dann aber auch nähere Angaben über ihre Zahl geben Aus dem Bericht von Fait. zu können (״Quer durch Abessinien“) dürfen wir zwei Tatsachen mit aller Bestimmtheit entnehmen: die Ueberzeugungstreue ihres Bekenntnisses ist eine geradezu vorbildliche. Sie sind wegen ihres Glaubens noch heute vielen Unbilden ausgesetzt, lassen aber alles über sich ergehen, um nur ihrem Väterglauben treu zu bleiben. Sie Widmen eich den verschiedensten Handwerken; Händler gibt es kaum unter ihnen. Schon wegen dieser zwei Momente ist eine Feststellung, ob die Falaschas zu den übrigen Juden gezählt werden dürfen, heute, wo die religiösen Kämpfe die ganze Judenheit bewegen, wo die Ueberzeugungstreue