Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 35 (1913)
- Issue
- 1. Heft. (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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5 Neut6(!tamentliches. gi Prof. Dr. Stier k. Neutesamentliche Zeitgeschichte. II. Die Religion des Judentums im neutestamentlichen Zeitalter. Berlin und Leipzig. Göschen 151 S. 8 0 Pf. 6. A. Tin Eyalngl Die Holländische Radikalkritik des neuen 34 S. Diederichs, Jena. Teil des Stärk'schen Werkes behanentums als der Grundlage-• der jungen christlichen Religion. Es sind ja dies die Zusammenhänge, welche man heute so eifrig sucnt. Staerk hat sich schon als selbständiger Erforscher biblischer Bücher, als biblischer Metriker, als Herausgeber von Mischnatraktaten ▼ersucht — Dies Werk ist allerseine Berechtigung zu diesen Forhb Arbeiten Aber Elephantine nach- Testaments. XIV und 18 Der Torliegende zweite delt die Gestaltung des Jud dings schon älter. Er hat schungen nachträglich durc gewiesen. . Vom Begriff der jüdis aus, findet so den Uebergang Leben des Tempels, der Syi zucht (Bann) und Belehrung bhen Glaubensgemeinschaft geht er zu ihren äusseren Gestaltungen im aagoge. Gesetz und Sitte, Kirchenj;8versuche werden dargestellt. Dann kommen die Glaubensauffassungen, die Zukunftshofinung, die Einzelfrömmigkeit. Endlich: Was hat das Judentum aus dem östlichen Hellenismus entlehnt? Ein Anhang unterrichtet uns Aber den Kalender und legt das Schrifttum jener Zeiten geschichtlich fest. Staerk bemAht sich, dem Judentum als der Quelle des Christentums gerecht zu werden Aber an so und so vielen Stellen bricht doch die Voreingenommenheit gegen das JAdische unwillkürlich hervor. Er erkennt die hohe Bedeutsamkeit des Judentums fAr Gotteseinheit und Geistigkeit Gottes an, aber die rechte Auffassung der Allheit des Weltumfassenden und Völkereinigenden in der Religion hat nach seiner Meinung der Helle-־ n i 8 m u s erst dem Judentum verliehen. Und selbt bei dieser Anerkennung scheint es Stae|rk als etwas Minderwertiges zu iAhvölkerumfassenden Zukunftshoffnug denkt. Soll er an sich lind die!n von der hohen Sittlichkeit, der!rung des damaligen Judentums die Rede ist, so hält Staerkj dies als eine Folge der Sitte, als Ergebnis der Glaubensauff&asung, wonach Göttliches und Irdisches mit einander verquickt ist statt der späteren reinlichen Sonderung, welche dem Christen die starke heldenmässige, kühn erregende Betonung des Sittlichen und dessen vom Niedrigen losgelöste Gesammtaufiassung einflösst! Ist denn aber die Einheit Irdischen nicht gerade das zu E r- 1? Soll der kAhne Wagemut, der sich berauscht, als das höhere gelten, zu- Indung bleibt und dem Menschen Gedanken ins Leben zu übersetzen. Gottesdienste Innigkeit u. Reinheit len, dass der Jude bei seine! allein an das J u d e n t Seinen vergessen? Wej vorbildlichen LebensfA zwischen dem Göttlichen un׳ strebende, das Höher in sittlichen Empfindungen mal es vielfach nur E m p f die Gewöhnung nimmt, den St. gesteht dem altjfidischen zu, aber es fehlt ihm (so genau weiss das Staerk) die Wärme,