Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 34 (1912)
- Issue
- 4. Heft. (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 186 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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186 das hindeuten, tu uns in der Religion begeistern soll — es kann, wie im Leben, etwas im Einzelnen Fehlerhaftes sein, aber im G a n z e n muss es ein edles Verhältnis sein. Wieweit hier die Schilderung irdischer Beschränktheit möglich ist, hat Raschi schon angedeutet. Jeder Schritt Ober diese Grenze hinaus ist ein Fehlschritt. Obschon Ober die Sache genug abgehandelt worden ist, will ich, ehe ich an die ״Abwehr“ komme, doch Einiges beleuchten zum Zeichen, dass ich das Buch gelesen habe. Breuer lässt Sulamit V. 2 f.'pv; לא;ל• f.'-p'tfOö nur mit einigen Kflssen sich begnügen — auch die andern rnu?y schmachten nach ihren Geliebten. Diese Anspruchslosigkeit passt nicht zu dem זר■ כם ת אהגה קשה כשאול קנאה>\ ibt auch als erste Stufe dazu nicht zu begreifen. Schon das 12' אחריךvü V. 4 ist mit solcher Liebesmattigkeit nicht zu vereinbaren. Besser, sprechender, wenn wir uns einmal mit solcher Darstellung befreunden, sind die kleinen Züge 1,11 —13. Warum aber אשכור הנסר V. 14 plötzlieh eine so gesuchte Deutung finden soll und nicht צרור המור gleich als Verstärkung gelten soll, weiss ich nicht. Ebenso ist 2,1 eine Ziererei, die einem empfindsamen Neuzeitler ansteht. Ebenso 2,3, wenn schon der Unterschied der Geschlechter in dem zarteren Bilde .ש.ש;ר und dem kräftigeren .־.ס,־ר, gewahrt ist, so sinnbildert diese einfache Liebe hier und anderswo zu viel. 2, 5 ססגוני und \רםדוג als *ijtjp und ך^רד zu übersetzen, ist mehr, als grammatisch kühn. Wenn die gesammte Deutung richtig ist, so will 2,7 nur besagen dass jetzt Niemand stören soll. Was Vf. in ר״ד. זר! <1סד אחד כתלנו נר מ׳ hineingebeimnisst, hat noch Niemand an dieser Stelle gesehen; noch mehr, was mit דו״ד, דורי סגכי verballhornt wird. In V. 17 bei diesen einfachen Hirtenbildern eine Ironie zu suchen, das heisst den Ort von Palästina nach dem alten Versailles verlegen. Dazu passt die Mahnung an den ernsten Romeo wenig. Und nun, mit Beginn des dritten Kapitels ▼erlässt nicht die S u 1 a m i t h , sondern den Deuter jede Scheu. 3,4 weiss er mit einer gewissen Schadenfreude zu ahnen, dass die befragten Wächter sie entweder ausgelacht oder angestarrt haben; die Schilderung wird unter der Hand des unzeitigen Sittenpredigers in schlimmster Weise entweiht, und zum zweiten Male muss 3,5 '!השכער diesem fremden Zuge dienen. Und sehr billig ist es ▼on jeher gewesen, die Schilderung 4 ff. vorn Standpunkt der Empfindsamkeit zu verurteilen; das tut Breuer. Kein sittlicher Zweck kann irgend einem Dichter das Recht zu solchen Bildern geben. Wohl aber lässt die unverdorbene Liebe alter Zeiten solche Bilder sprechend, ja, ehrwürdig erscheinen, wenn das Wahre ehrwürdig genannt zu werden ▼erdient. 4,11 דכש etc. meint Breuer: ״Eine schöne Frau; die nicht Beides kann, schmeicheln und entzücken, laben und erquicken —