Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 34 (1912)
- Issue
- 4. Heft. (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 185 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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185 sie gekettet wird. f>o tut er ihr kund, dass er •ie nicht gern gepeinigt und dass die Scheidung von ihn keine dauernde sein wird, dass sie vielmehr noch seine Frau ist und er ihr Mann, und dass er in Zukunft zu ihr I zurückkehren wird.“ In einer Beziehung stimmt Raschi hier mit Breuer überein: Dass die Erkenntnis der Fabel (in aristotelischem Sinne) Voraus- Setzung ist zur Erkenntnis des Gedankens. Er fügt in seiner Art die Midraschim an geeigneter Stelle bei, als etwas über dem Buchstaben Schwebendes, was zur tieferen Erkenntnis unerlässlich ist. Aber in einem Funkte, und in einem sehr Wesentlichen, unterscheidet sich Ra ichi von Breuer. Er will den Gedanken als unbedingtes Ergebnis des zu Grunde liegenden Gleichnisses herausziehen, während Breuer ihn in Gegensatz stellen'will zu dem Inhalte des wörtlich genommenen Hohenliedes. Da ist Raschi der Einfachere. Ob das flr Breuer spricht? Nicht klar ist Breuer's Stellung zu den Midraschim. Er scheint in der Einleitung mehr als abhängig von den Deutungen der Weisen zu sein, um sich bei seiner Erklärung mehr als je davon zu entfernen und seine eigenen Wege zu wandeln. Aber, wie er sagt, die Weisen h iben den wörtlichen Sinn gar nicht berücksichtigt, nur den Grundgedanken, also die geistige Deutung geboten. I In der allegorischen Deutung ist der alte Erklärer seinem rlegen. Raschi’s Hinweise auf Hosea und die höhere Deutung von Schir Haschirim Fremdes ist, da ja Hosea vollkommen auf dem (jottesbund mit Jsrael beruht und Jeremia Auch wie die Wendungen der Handlung anzuwenden sind, hat Raschi hier so aus- Innern des Buches kein Teil dieser Deutung Da ist in wenig Worten Alles gesagt, svolle Einleitung Breuers uns nicht bs- Nachfahren ebenso Übel Jeremia zeigen, dass ihm gar nichts Bilde der Ehe für den darauf stark bindeutet auf Israels Geschichte giebig gezeigt, dass im fremd bleiben kann, während die anspruch friedigen kann. Auch dass Schirbascbirim ein abschreckendes Beispiel bieten soll - auch das ist schon ausgesprochen worden; wenn auch in viel milderem Sinne. Kein Geringerer als Herder hat dies geäussert. Man lese im vierten Teil, *Vom Geist der Ebräischen Poesie“ den Abschnitt ״lieber den Inhalt, die Art und den Zweck dieses Buchs in der Bibel“, und man wird erfahren, dass hier ein Zeugnis für das Uebermass Salomo'• in der Liebe vorliegen 8011. Aber wie wird Herder dem Wortsinne gerecht! Die Schwierigkeit liegt beim Festhalten des Wortsinues unter Voraussetzung der Ueberlieferung noch darin, das ist mit Recht den verschiedenen Besprechungen geäussert worden, wie ein in tadelnswertes Verhältnis!, artend gilt, das Bild ein Breuer als entartet und entdas Verhältnis Gottes zu 18־ rael. Das, was uns anjzieht, die Leser begeistert, soll doch auf das nach 8011 für