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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1912-01-01 · 4. Heft. (1912) · p. Seite 172

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
34 (1912)
Issue
4. Heft. (1912)
Date
1912-01-01
Page
Seite 172 (sequence 28)
Language
German
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172 Während בשם Moses — von dem die Bibel an anderer Stelle erzählt ,der Mann Moses war gar sehr bescheiden, mehr denn irgend ein Mensch aaf dem Erdbodentf — dem anfangs vorhergegangenen Verlangen in strengem and energischen Tone entgegengetreten war, weil es gegen den göttlichen Aaf trag verstiess, zeigt er ans jetzt, wo es sich nar am die angebährliche Redeform handelte, den weisen väterlichen Erzieher, indem er sie in milder and nicht beschämender Weise zarechtweist. Er wiederholt zwar ihre eigenen — Worte, setzt aber zaerst die Sorge für ihre Kinder, dann erst am ihre Herden " — was bereits der Raschi-Commentar erwähnt — in der Hauptsache jedoch fügt er bei jedem weiteren Absatz die Worte ״ למני ה׳vor Gott* hinzu, das heisst so viel wie ״mit Gottes Hilfe oder Beistand*, and diese Worte betont er vier Mal in seiner Antwort. Dies verfehlt seine Wirkung nicht! Die Führer verstehen den belehrenden Hinweis and nan endlich antworten sie bescheiden and demütig wie es sich geziemt: ״Deine Diener wollen ״vor Gott“, ' also unter Gottes Beistand mitziehen,* ganz so wie Moses es ihnen angedeatet hatte! Diese schöne and bedeutungsvolle Bibelstelle, die mir vor vielen Jahren mein verstorbener Brader Rabbiner Dr. Moritz Rahmer>Magdebarg, als von unserem seeligen Vater herstammend, mitgeteilt hatte, - die ans Moses aach als den vorbildlichen Erzieher vor Aagen führt, beweist ans von Neaem, dass die Bibel für alle Zeiten ein anerschöpf־ licher Qaeli der Belehrung bleibt für alle diejenigen, die in ihr za forschen suchen! Besprechungen. Talmud Babylonicam (Codex Hebraicus Monacensis 95). Dass bei der Herausgabe eines Autors aus dem klassischen Altertum das gesamte Handschriftenmaterial zur Feststellung des Textes herangezogen wird, gilt als selbstverständlich. Wenn aber bisher z. B. ein Mischnatraktat herauszugeben war, so war es mit einer einzigen Ausnahme üblich, den gewöhnlichen unkritischen Text zu verwenden und diesen, ganz gleich, ob er mehr oder weniger schlecht überliefert ist, zu übersetzen und zu erläutern. Nur der auch den Lesern dieser Zeitschrift wohl bekannte Professor an der Berliner Universität D. Dr. H.-L. Strack hat sich bei seinen Ausgaben im Gegensatz zu seinen Fach genossen durch Vergleichung der Handschriften und alten Drucke

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