Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 34 (1912)
- Issue
- 3. Heft. (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 142 (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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142 im Judentume aas den Hoffnungen auf Lohn ihre Nahrung ge» zogen. Der Fehler Schürers liegt in der Verurteilung eines Gesetze«, das dem Menschen eine Lebenskunst in der Anordnung aller seiner Kräfte ermöglicht; darum kaun er auf Schritt und Tritt gegen das Gesetz und seine etwaigen Einwirkungen eifern. Bezüglich des weiteren Inhalts ▼erweisen wir die Leser auf das Buch selbst. Im zweiten Teil wird die so angegriffene sinaitische Gesetzgebung bez. der etwaigen Einteilung der Gebote, der in ihr enthaltenen Gesetzesbegründungen, des Zweckes und Ziels des ganzen Gesetzes beleuchtet und einige kennzeichnende Züge hervorgehoben. Wir haben hier ein erstes lieft vor uns, aber wir ersehen aus diesem Anfänge, dass das Ganze ein hoffnungsvolles Unternehmen ist. Diese ruhige, kühle Beleuchtung der gekennzeichneten Bestrebungen stärkt das Vertrauen zu der Beweisführung, und dieses Vertrauens bedürfen wir. Vorliegende Schrift erfüllt die Forderungen, welche wir von jeher an die Behandlung solcher Fragen gerichtet haben. Liebermann Dr. A.: Der Schulchan Aruch. Berlin. Poppelauer. 40 S. Nicht bloss auf allgemeinen Grundsätzen baut sich das Judentum auf, — grade die Ausgestaltung der Einzelsatzung bez. aller Lebensverhältnisse ist das Kennzeichnende daran. Weit entfernt, diesen Umstand schönrednerisch zu verhüllen, geht vor» liegendes Werkchen darauf aus, gerade diese Seite der Religion bloszulegen, ihn schon dem Kinde klarzumacben. Liebermann hat als Leiter einer Religionsschule eine Nutzbarmachung des Schulchan Aruch für die Schule zum Gegenstände einer Einladungsschrift zur Prüfung gemacht, und aus solchen Rahmen ist die nunmehr erweiterte Schrift als zweite Auflage jener ersten hervorgegangen. Eine lichtvolle, wenn auch kurze Einleitung berührt die allgemeinen Grundsätze, welche einen solchen Gesetz» buche zu Grunde liegen, gibt auch die geschichtlichen Voraus- Setzungen, die auf die Entstehung des Schulchan Aruch eingewirkt. Darauf folgt ohne Abschnittsabgrenzung, also ganz anspruchslos, die Auswahl von Satzungen aus den vorher gekennzeichneten vier Teilen des Schulchan Aruch. Den Schwerpunkt legt Liebermann dabei auf die beiden ersten Teile, berührt auch den dritten und gibt auch eine wohlbedachte Auslese des vierten Teils. Dio Auswähl entspricht einerseits dem Zwecke, den oft verkannten Geist des Schulchan Aruch zu kennzeichnen, indem aber gewisse Ge» biete darin genauer berührt werden, dient die vorliegende Schrift auch der Kenntnis der Halacha und des Minhag. Das Büchlein ist ganz besonders zum Unterricht zu empfehlen; aber auch wer sich sonst Einblicke in das religiöse Leben des Judentums verschaffen will, wird sich der Schrift gern dbeienen.