Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 34 (1912)
- Issue
- 3. Heft. (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 138 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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138 unentbehrlicher werdende Mischna sie enthielt, einfach fortgelaasen worden. Wo wir in T und M die gleichen Sätze wörtlich finden, da hat man sie nicht auscheiden können oder man ist darin nicht mit folgerichtiger Strenge vorgegangen. Und umgekehrt - die Tossefta• sätze, die einen solchen Mischnaaatz erklären, sind auch in der Tannaitenzeit, nachdem der Tannai den Lehrgegenstand angegeben, d. h. die Mischna ausgesprochen hatte, von seinem Meturgeman, dom späteren Amora, ebenfalls vorgetragen worden. Wenn nicht ganz, so doch zum Teil. Darum gab es einen durch Ueberlieferung geheiligten Lehrplan, der, aus alten Zeiten herröhrend, immer mehr verbessert Trurde, wobei Taktato, Perakim, Einzelmi.->chnas wanderten, und wir können sie auf ihrer Wanderung belauschen. Wir werden hier in T 1 also einen sehr klar geordneten, die Ordnung der Mischna voraoasetzenden Abschnitt vor uns sehen, der nicht mehr Bruchstückartiges an sich hat, als der Miscbnaabschnitt. Denn wenn sich unter Voraussetzung der Mischna immer die Lücken berstellen lassen, weshalb die herabsetzenden Worte ״fragmentarisch, abgerissen etc.“ für die Tossefta, die sich so gut bewährt? Gerade was Schwarz über T Kidd. I ausspricht, bezeugt doch die Umsicht und den guten Plan der Tossefta. ״Von denen bloss 2, 10 und 11, umgestellt werden müssen.“ ״Bloss zwei* das ist bei Schwarz nicht viel, das wird so nebensächlieh hineingeworfen. Hier hat wohl der umsichtige Tosseftaordner, der so genau weiss, wo er die Mischna voraassetzt, sich geirrt und die Satzungen versetzt oder ein Abschreiber bat das getan? Weil die Mischna zuerst 1,7 כל מצות הבן על האב und dann בל מצות עשה שהזק גום, als סיפא hat und T die Reihe umstellt, deshalb muss T nach M umgestellt werden? Ich muss die Ordnung der Tossefta ebenfalls als möglich und begründet betrachten. Haben die צות עשר, שהזשן גרסא& nicht halakbisch eine sehr wichtige Stellung, sind sie nicht einflussreich und ganz besonders kennzeichnend für die Stellung der Geschlechter? Geht die Ueberlieferung nicht auf einen Mann wie R. Ismael zurück? Geht von den מצות האב על הנן und umgekehrt nicht die Linie eher zu den palästinensischen Pflichten, zu dem מאריכין לו וספיבק לו, da doch bei den מצות האב על הבן die Verehrung der Eltern besonders hervortritt, wobei es heisst למק ייטיב לך דהארבת ימים? So sind auch die מסיבות ותנופות io den Rahmen passend, und das Thora lernen bietet doch selbst die Gewähr, im heiligen Lande dauernd zu bleiben oder, wenn Palästina verloren gegangen, es wieder zq erringen. Es bedarf also der Versetzung dieser beiden Tosseftasätze nicht. Ich will nämlich nicht hoffen, dzss Schwarz mehr verlangt haben soll, als nur eine Umstellung von T 1,10 und 11. Er wird doch nicht etwa verlangt haben, dass 11 z. T. nach T Kidd. b versetzt wird? Denn was erst Mischna Kidduschim 4,18 vorkommt, der Hinweis auf das Handwerk und den Beruf, wovon Mischna 1 nicht das Geringste erwähnt — das bringt hier T in aller Breite mit einer Fülle von Gleichnissen. Will aber Schwarz diese Versetzung nicht, da ja in