Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 34 (1912)
- Issue
- 3. Heft. (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 37)
- Language
- German
- Belongs to
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133 ז •י Da die Mischna die mehrbegünstigte and reiner erhaltene Quelle ist, so ist es misslich, ihre Bestandteile nach der freier gestalteten Tossefta hinzubringen and ein( in strengeren Plan, vrie den mischnischen, durch einen weniger strengen zu bereichern. Es scheint Schwarz an• nehmbarer, die Tossefta nach den einzelnen Mischnas za rücken. Das hat ja schon die Gemara gatan, da sonst ihre Erörterungen nicht fruchtbar gewesen wären. Gomara ist Erklärung der Mischna, aber auch Ausgleich zwischen Miscima und Baraitha, zunächst Tossefta. Hätte Schwarz sein Verfahren bloss als ein das Verständnis erleichterndes hingestellt, wi: würden zufrieden gewesen sein, denn wir haben ihm das stets zagegeben. Darum sagten wir 1909 in der zweiten Aufl. von ffUeb. d. ZI1. d. M.“: ״In vielen Fällen hat Schwarz uns, indem er sachlich Verwandtes zusammengerückt hat, wenn es ältere Bestandteile betraf, den früheren Standort von Halachot erkennen lassen. Indem er die Tosseftaordnung wiederum als sachlich nicht angemessen der Mischna gegenüber, demnach als die minderwertige angesehen hat, hat er in vielen Fällen uns gezeigt, warum die Mischna eine andere Ordnung gewählt hat.“ Allerdings ohne Schwarz’ Absicht; es ist die einfache Folge seines Verfahrens. Also als Unterrichtsmittel lasse ich mir sein Verfahren gefallen. Ich mache es mir seit Jahren einfacher, indem ich durch Zahlangaben neben jeder Mischna die zuständige Tossefta bezeichne und in der Tossefta ebenso die zuständige Mischna. Ich habe das auch schon durch bessere Scnüler machen lassen, und es ist (bis auf geringere Ausnahmen, wo sie selbst zweifelten) gut gelangen. Soweit es sich um das Versetzungsverfahren Schwarz’ handelt, ist es fast das Gleiche. Soll das, was dankenlos gefertigt werden k9 mit so leichter Mühe, was also fast geron, ein wissenschaftliches Vorgeben, die Folge genauen Erwägens in jedem einzelnen Falle sein? Und auf diesem mehr als einfachen Wege sollte für jeden Tosseftasatz wissenschaftlich erwiesen dio ursprüngliche Stelle gesucht werden? Das wäre, seitdem es eine Quellenforschung auf Erden gibt, das erste Mal, wo diese schwere Aufgabe so einfach gelöst werden könnte. Ich sage a. a. 0.: ״Seien wir froh, dass innerhalb des gegebenen allgemeinen Zusammenhänge■ jedem einzelnen Mischnaordner eine so weitgehende Freiheit in der Auswahl des Stoffes zustand, so dass wir in vielen Fällen durch Midraschim und Tossefta hindurch den Weg eines Abschnittes oder einer Halacha bis za ihrem jetzigon Standorte ausfindig machen können. Sillen wir, alle Verderbnisse von Tossefta zugegeben, so eifrig diese wichtigen Unterschiede verwischen und uns selbst eines Hauptmittels zur Erkenntnis der Mischnaentwicklang berauben?“ Und an diesem Bekenntnis, das den allgemeinen Grund- Sätzen wissenschaftlicher Tacterforschang entspricht, will ich sowohl Zuckermandel wie Schwarz gegenüber festhalten. Nach diesen Grundsätzen gemessen, lösen sich die stärksten Schwarz’schep Folgerungen von selbst auf. Erproben wir’s weiter im Einzelnen.