Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 34 (1912)
- Issue
- 3. Heft. (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 134 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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131 Ich habe es schon oben behauptet und behaupte jetzt und?ersuche sofort zu beweisen, dass Tossefta nicht stets die unbedingt minderwertige, die Mischna nicht unbedingt stets die bessere Ordnung aufweisen, sondern dass Tossefta z. T. als die ältere den freieren Wurf zeigt, den wir stets als das Kennzeichen älterer Quellen an• genommen. Schwarz befindet sich z. B. hinter dem ersten Satz des vierten Tosseftaabschnittes von Kidduschin. Da sagt er: ״Gleich dem ersten lassen auch die anderen Alineas des 4. Kapitels den fragmentarischen Charakter unverkennbar hervortreten und eine einfache Analyse des Kapitels führt zu der klaren Erkenntnis, dass diese Zusätze aus einer anderen Sammlung stammen, als die bisherigen zu den Mischnajot des 2. und 3. Perek.“ Ich bin schon zufrieden hier etwas von einer ״anderen Samm• lung zu hören — also Schwarz nimmt doch erkennbare Sammlungen, also Quellen, an. Aber beileibe nur in der Tossefta; ja nicht in der Mischna! Da besteht die Glätte, die wir allerdings oben gekennzeichnet, fort. Also wir haben hier eine Sonderquelle, wie* Schwarz sagt, und zwar eine solche vor uns, die den fragmentarischen Charakter der Tossefta bekundet. Nun stellt sich nach Schwarz Angaben’ die Sache folgendermassen: Tossefta 4, 1,2 Mischna 2,4 T 4,3 ״ -־ 4,4 n 2,6 ״ =» 4,5 * 2,7 ״ 4,6,7 » 2,8 ״ -=» 4,8 2,9 T 4, 9 =» M 3, 5 T 4,10 7 ,8 ״ 4,11 ״ 3,8 ״ « 4, 12 3,9 4,13 מ 3,10״ « 4,14 «3,11 * 4,15,16 3,12״ Die Tabellenaufstellung und deren Zweiseitigkeit stammt von m i r und zeigt ein merkwürdiges Verhältnis der Tosseftasätze zu den Mischnas: T 4,1—8 bezieht sich auf M 2, 4—9, nur dass an zweiter Stelle T sich auf 3,1 bezieht, um dann später T 4, 9—16 auf M 3, 5 bisl2 sich beziehen zu lassen. Die in der Reibe links fehlende Mischna 2, 5 ist an unserer Steile fast ein Fremdkörper oder gehört ebenso zu Kethuboth wie zu Kidd.; sie wird ja Kethuboth 7, 7 auch gebracht. T konnte also die Wiederholung an dieser Stehe vermeiden, zumal sie Keth. 7, 8 ff. die Mischna berücksichtigt hat. Und in der Reihe rechts fehlt nur Mischna 3, 6; sie stellt das Ende einer Reihe vor und könnte hierhergeschoben sein. Der betr. Satz befindet sich T 3,2 mitten unter Satzungen, welche sich zu Abschnitt 3 der Mischna rechnen lassen.