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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1912-01-01 · 3. Heft. (1912) · p. Seite 130

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
34 (1912)
Issue
3. Heft. (1912)
Date
1912-01-01
Page
Seite 130 (sequence 34)
Language
German
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130 Schaft auch nicht als unwesentlich betrachtet haben. Trotzdem es einen Sprachgebrauch gibt, der sich keine Gesetze geben lässt (die Mischna nennt ihn לשון בד ארס), hat Schwarz doch einen grossen Unterschied darin gefunden, ob man קל וחומד sagt, wobei ein Glied Adjektiv ist, oder קול וחומי; und dabei ist die Sache (bez. des Schlusses vorn Kleineren auf 8 Grössere) doch sicher nicht חמור, sondern sehr קל. Also es gibt Zeiten, in welchen auch Schwarz solche Unter- Buchungen für wichtig hält; es gibt Zeiten, in den auch ich sie für unwichtig halte. Wenn sie die Hauptsache überwuchern. Wenn aber solche Mittel wissenschaftliche Kennzeichen bilden, die uns zur Erkenntnis der Entstehung führen könnten — wer darf es wagen, sie gering zu schätzen und trotzdem auf Wissenschaftlichkeit Anspruch machen? Nun könnte Schwarz sagen: das ist hier, in Kidd. nicht mein Zweck gewesen, da ich nur mit Zuckermandel hier zu tun habe. Ist es aber an einer anderen Stelle sein Zweck gewesen? Er könnte sagen: das ist nicht mein Gebiet! Wer will mich zu einer Be• handlungsart der Dinge bringen, die meinen ganzen Wesen widerspricht? Mir steht Aristoteles mit seinen Schlüssen näher, als Plato mit seinen Kratylos oder Ibn Gannach in seinem Rikmahbuche. Gut I Dann darf man diese Forschungen doch nicht als etwas Entbehrliches behandeln, nicht durch seine Behandlung Andere von derartigen Bemühungen abbringen wollen, denn das ist doch die ungewollte Folge davon. Wer aber selbst nicht für eine Sache eingenommen ist und als Freund der Wissenschaft sie doch nicht entwerten, ihre Vertreter nicht entmutigen will, der kann ja sein Gebiet als das der gedenklichen halachischen Durchdringung des Talmuds ausdrücklieh feststellen, indem er sagt: diese oder jene Teile der Gebiete kenne ich nur aus fremden Darstellungen, ich berühre sie (natürlich unter Nennug ihrer Träger) oder ich bekämpfe sie (in gleicher Weise) aus den und den Gründen. Aber ich werde nicht, als wäre seitdem keine Wahrnehmung sachlicher und geschichtlicher Art gemacht worden, als hätte Niemand den Versuch gemacht, Quellen su finden, sagen: So etwas ist unmöglich, Spuren davon sind in der Mischna nicht zu finden! Eine Verkennung dieses Zuges wird solchen Werken, also auch dem Schwarz’schen, nicht zum Vorteil gereichen. Man könnte mir von anderer Seite entgegenhalten : Was willst du? Worüber ereiferst du dich? Ist das Bild nicht das Gleiche in allen Wissensgebieten? Hörst du nicht die gleiche Klage ▼on allen Seiten? Ich antworte, das ist bedauerlich, darf aber von den Freunden der Wahrheit nicht geduldet werden. Niemals aber sind die betreffenden Willkürlichkeiten grösser als in der jüdischen Wissenschaft. Einen Boden im Volksleben hat sie nicht, darum wird dort auch kein Urteil abgegeben und kann keins gegeben werden. Und die wenigen zielbewussten Vertreter des

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