Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 34 (1912)
- Issue
- 3. Heft. (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 128 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/6492408-6582237-8773748--4254-4859289- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
128 alle zusammen hatte. Das ist in unserem Sifri nicht der Fall? Ob es sich hier cm Sifire Sutta handelt? Anthol. Pall. 9, 758, heisst es: Kt(iu>v e׳־pa^e ־rijv ftypav rr^v oscia'v, ־rijv 6’ dciovTtuv os;tav Aiovooio;. Ich werde von befreundeter Seite auf folgendes aufmerksam gemacht; Hier schafft Kimon ein Gemälde, Dionysios ein zweites Gemälde (denken wir an Flügeltüren) am Türflügel, der beim Hinausgehen als der rechts stehende erscheint. Das and e r e Gemälde am rechten Flügel. Und zwar am schlechtweg rechten Türflügel. Das muss im Gegensätze zu e£10vtu>v S2$1a vielmehr efaiovrcuv 5e£1a, der für die E i n t r e t e n d e n rechtsseitige Türflügel gewesen sein. Unser Gewährsmann denkt dabei an den gleichartig scheinenden Begriff der Mesasa, dass sie דרך ביאתך כימין zur rechten Seite beim Eintritt angemacht werden muss. Damit hätten wir allerdings ein Spiegelbild jenes halachischen Begriffs bei den Griechen. Ob das aber den strengen Philologen ein Vollbeweis für die Gleichartigkeit beider Begriffe wäre? Oupa heisst nämlich auch die Holztafel, auf welche das Gemälde aufgetragen wurde. Dann hätten die beiden Trimeter folgenden Sinn: Das Gemälde beim Eintritt in's Zimmer rechter Hand bat der eine, das beim Verlassen desselben rechter Hand ein andrer Maler gefertigt, dass die eine Seite 5e;ta schlechtweg genannt wird, liegt darin, dass rechts oder links sich unwillkürlich auf die beim Eintritt uns gegenüberliegende Wand bezieht. In Shakespeare’s ״Kaufmann von Venedig11 lesen wir Shyloks Worte, welche man oft ab Zeugnis seines häuslichen Sinnes betrachtet hat. Er sagt zu Jessika: Lock up my doors; and wben yon hear the drum, And the vile squealing of the wryneckd flfe, Clamber not yon up — — to gaze on Christian fools — — But stop my house’s lars. Diese Mahnung das Haus zu schliessen, diese Warnung vor dem maskierten Narren besonders vor der krummgehalsten Flöte habe ich gewöhnlich ab einen echt Shakespeare'schen Zug in Shylok bewundert, der den häuslichen Sinn der Juden kennzeichnet. Ist das auch der Zweck, so hat noch doch nach .meinen jetzigen Wahrnehmungen — Horäz hier das Vorbild ausgemacht. Horaz sagt am Schlüsse vom 3. Buch 7. Ode: