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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1912-01-01 · 3. Heft. (1912) · p. Seite 124

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
34 (1912)
Issue
3. Heft. (1912)
Date
1912-01-01
Page
Seite 124 (sequence 28)
Language
German
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Ist es möglich, dass Abbaji erst auf das der Mischna widerstrebende seiner Ansicht aufmerksam gemacht, dass ihm der Wortlaat der Mischna erst rorgebalten werden muss? Wie hat er denn gedacht, ehe er darauf aufmerksam gemacht wurde und seine Memra in כאן כענק אחר verbesserte? Ein Amoräer muss ja im ganzen Laufe der Erörterung die Mischna in ihrem ganzen Umfang kennen. Scheint ihm etwas unbekannt davon, bezieht es sich notwendigen Falls darauf, so hat er die Stelle vielleicht wohl als Baraitha, nicht aber als Mischna gekannt. So scheint das מדלנק כנביא etc. unserer Mischna erst nach Abbaji seinem Einzung in die Mischna gehalten zu haben. Und noch ein Umstand kommt dazu. Abbaji ist eine Mischna entgangen, welche für seine Ansicht, in der Thora dürfe man כענק אחר und נדי שלא יססוק התורנסן von Stelle zu Stelle springen, eine starke Stütze bietet: In jener Jomastelle über die Tor&vorlesung des Hohenpriesters findet sich noch die Bemerkung nc ובעשור שבחומש הפקודים קורא על. Die Opfersatzung des Versöhnungstages aus Numeri liest er auswendig. Es ist nämlich ענינו של יום, also ענק אחד, aber nicht כדי שלא יססוק התורנק, denn, man müsste von אשור bis cnrc rollen, und inzwischen wäre weder Toravorlesung noch Uebersetzuog. Also muss der Hohepriester, während er jene beiden dem Lev. angehörigen Stellen aus der Tora vorträgt, die Numeristelle auswendig hersagen. Weshalb führt das Abbaji nicht an, weshalb nicht die Gemara, welche sich doch auf dieselbe Jomastelle hezieht, von ihr aus bei der Frage ausgeht, nur bei der massgebenden Antwort auf sie nicht zurückgeht? Ja, dieselbe Gemarastelle findet sich in Joma 69 b im Anschluss an die Jomamischna, und auch dort findet sich der Hinweis auf das Auswendiglesen des Nnmeriabscbnitts durch den Hohenpriester. Erst K. Huna Sohn Josu&'s, ein Spätamoräer, Zeitgenosse des B. Papa, geht auf die Stelle ein. Und seine Begründung des Auswendiglesens לסי שאין נוללק ספר תורה כצבור משום ככור ציבור »dass man in Gegenwart der Gemeinde nicht zu lange die Tora durchrollen und zurechtstellen dürfe,* geht auf Jer. Joma und Meg. J. z. St. zurück, wo sie von R. Jirmija im Namen Besch Lakischs ausgesprochen wird. Man kann mir deshalb auch nicht entgegenhalten, dass Besch Lakisch auch Joma 69 b die Mischnastelle kennt, also einer der vor Abbaji lebenden Amoräor; aber es ist ein Palästinenser und aus seiner Sehemaatha hat B. Huna Sohn des Josua die Stelle geschöpft. Die P alästinenser aber kennen unsere Mischna in ihrer ganzen

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