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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1912-01-01 · 3. Heft. (1912) · p. Seite 122

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
34 (1912)
Issue
3. Heft. (1912)
Date
1912-01-01
Page
Seite 122 (sequence 26)
Language
German
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122 Ich bin zwar Altphilologe, dieser Fall hat mich aber doch interessiert, da ich ja andererseit den Rabbinerberuf erwählen werde und ich glaube, jetzt wenn nicht eine Lösung, so doch wenigstens eine weitere Anregung zu geben. Daher gestatte mir folgende Mitteilung: Die Werke ▼on J. Racine sind in Paris von M. Paul Mesnard in der librairie Hachette et Co. erschienen, im dritten Band steht Athalie und dort wird auf p. 596 in einer Anmerkung die oben zitierte Stelle behandelt. Die Akademie behauptet nämlich, Racine sei hier ganz ungenau, da nicht jeder Jude verpflichtet wäre, sich ein Gesetz zu schreiben; das könnte ja auch nicnt möglich sein; denn das Gros der Juden sei 80 ungebildet im Gesetze gewesen, dass man es alle. sieben Jahre, im Sabbatjahre, vor versammelten Volk lesen musste, damit es nicht in Vergessenheit geriet (eine sehr interessante Erklärung); ferner waren auch die Könige nicht gezwungen, sich ein Gesetzbuch zu schreiben aber, nach mehreren Introdukten, schreiben zu lassen; denn die Stelle der Bibel, die diese Verpflichtung vorschreibe schränkt sie im Deuteronomium ein. (Sentiments de l'Academie.) Nach einer Widerlegung der letzten Behauptung durch Deut. 17. 18. 19 will der Erklärer die Behauptung Racine’s erklären und sagt folgendes: Comme Racine avait lu le ״Synopsis criticorum", citö par lui dans ses ״Notes manuscrites sur Athalie“, c’est peut ctre lä surtout qu’il avait pulse l’opinion combattue por l’Academie. On y lit en effet (tome 1. p. 810) ce commentaire sur deuteronome, XVII 18 et 19 t ״Totum enim Pentateuchum describere teneb&tur (rez), primum ut Israelita quivis, deinde iterum ut rex“. Puis on y eite aiverses interpretations du passage que la Vulgate rend par Deuteronomium huius legis, une entre autres suivant laquelle ii s’agit d’un double exemplaire de la loi: ״Duplum legis, id est duplum legis exemplar, unum quod secum ferret, quocumque iret, alterum quod in archivis haberet.״') Berlin, d. 25. 8. 1912. Arthur Posner. Vermischtes. 1) Eine merkwürdige Wahrnehmung hat sich mir in Megilla24a aulgedrängt: Die Mischna lautet: הקורא נתווה לא יסחות טשלשה ©סוקים לא יקרא לתורגסן יותר מססוק אחד ובנביא שלשה היו שלשתן שלש פרשיות קורין אחד אחד סדלגין מביא ואק מדלגץ בתורה ועד כמה הוא מדלג עד כדי שלא יססוק ') Die gleiche Erklärung ateht Sank 21 b. את סאנה כו׳ כתוב לאמו אתי תורות אתת שחיא יתאח מכנסת עסו ואחת אסונתת לו גבות גנזיו (Anm. d. Red.).

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