Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 34 (1912)
- Issue
- 3. Heft. (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 110 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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ר — 110 — Gewicht darauf, die Mischuajot in ihrer älteren Form, wie eie in der Schule R. Meir’s und ganz besonders in der R. Juda’8 gelehrt wurde, in den S i f r a hinein zu verarbeiten, wie wir ja von ihm auch wissen, dass er in seiner zweiten Tosefta-Redaktion, die von Rabbi aus der Mischna R. Meir’s eliminirten oder modifizirten Mischnajot wieder gesammelt, eventuell in ihrer ursprünglichen Form gebracht hat, s. A. Schwarz 1. c. S. IV. Vgl. auch noch Geiger Zeitschrift 11,58 meine Bern, zu Krethoth 8 a oben und die sub I. mit T. signirten Nummern.— Unter Mischna kann man einen Halacha-Komplex oder auch eine einzelne Halacha, ein Mischna-Element, verstehen. Ich gebrauche hier das Wort Mischna gewöhnlich als Be- Zeichnung für das einzelne Mischna-Element, worauf sich die obigen Bemerkungen I—X beziehen. Ist es aber wahr und nachgewiesen, dass^im Sifra eine Halachaquelle erhalten ist, die die einzelnen Mischna-Elemente in älterer Form bringt, und werden viele (113 eventuell 90) solche Elemente als Mischna-Zitate gekennzeichnet, so liegt nach Bern. XI. die Vermutung sehr nahe und ist die Annahme sehr wahrscheinlich, dass diese ältere Halachaquelle überhaupt und ganz besonders dort, wo ihre Elemente als Mischna-Zitate gekennzeichnet sind, die ältere Mischna ist. Wenn ich also vorliegende Studie mit dem Namen »Die ältere Mischna im Sifra“ bezeichne, so will ich damit sagen, dass ich die Existenz einer älteren Mischna — im Sinne der einzelnen Mischna-Elemente — im Sifranachgewiesen zu haben und die Vorlage einer älteren Mischna — im Sinne eines Halacha-Komplexes — mit einer gewissen Sicherheit in den meisten Fällen annehmen zu dürfen glaube.״ Freilich mögen unter den vielen Fällen einige vielleicht auch aus irgend einer anderen, dem Sifra und der Mischna gemeinsamen, Quelle stammen. Jedenfalls aber möchte ich hiermit der Annahme, dass Sifra in den reinen Halacha’s oder Zitaten auf unsere, die Mischna Rabbi’s zurückgehe, entschieden entgegentreten. (Vgl. z. B. Frankl Hod. 308, Weiss Sifra S. V-VI, Bassfreund MGWI. 51,299 313, Rosenthal, Mischna, Aufbau I. S. XXI. s. auch noch D. Hofhnann, Magazin XI 24 und M. Friedmann in den Korrekturbogen seiner Sifra-Ausgabe, die mir H. Rektor Schwarz freundlichst zur Verfügung stellte, S. 136 oben.) (Fortsetzung folgt.)