Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 34 (1912)
- Issue
- 3. Heft. (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 103 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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103 gegen za sein. Wirklich traten König and Geistlicher dort ein, Christiani setzte das Gespräch fort, wurde aber von Nachmani wieder zam Schweigen gebracht. Trotz der Belobung, die dem streitbaren Rabbiner vom Könige za Teil wurde, trotz dos bedeutenden Ehrengeschenkes, das ihm über• reicht wurde, hat der Sieg Nachmani’s schlimme Wendungen von den Juden Spaniens nicht fernhalten können. Vielleicht trieb der tiefe Schmerz darüber den Siebzigjährigen aus seinem Vaterlande, vielleicht traf ihn auch das herte Loos der Verbannung, das seine besiegten Gegner aas Rache über ihn herabbeschworen — der König musste ihnen zu Willen sein. wanderte nach Palästina aus. Er konnte dort freilich nur die schmerzliehe Folgerung ziehen, mit Trümmern bedeckt Genug, er wandte Spanien den Rücken und dass, je heiliger eine Stätte, sie desto mehr sei. Eine einzige jüdische Familie fand er in der heiligen Stadt vor, und er musste die dort hinwallenden Pilger erst ermahnen, eine Synngoge za bauen. Wenn er auch den Zustand der heiligen Stadt schmerzlich beklagte, so hielt er sich doch nicht mit schwächlicher Empfindsamkeit auf. Er eröffhete dort eine Schule und fand so das rechte Mittel, um die verödete Stadt za bevölkern und geistig zu beleben. Von Nah und Fern eilte Alles nach seinem Lehrhauso, er wies nicht einmal Karaiten von sich, und das jüdische Wissen ward ihm zam willkommenen Mittel, einen wissenschaftlichen Sinn seinen dortigen G aubensgenossen einzuflössen. Diesem Zwecke entsprach auch die Erklärung der Bibel, besonders der fünf Bücher Blosis, worin er nach einer Seite hin besonders der anderen dagegen freiere Grundsätze befolgte, er die Bahnen Ibn Esra’s, indem er über den Zusammenhang des Gan;:en und über jede wichtigere sprachliche und satzliche Einzelheit überraschendes Licht verbreitete. Er stellte sein eigenes Verhältniss zu seinen Vorgängern, besonders zu Raschi, fest, und das bot ihm Veranlassung, die tiefere Berechtigung der Haggada aufzudecken. Dieselbe erscheint bei ihm allerdings nicht als Ersatz des einfachen Wortsinns, sie deckt sich auch nicht mit demselben, aber er zeigt uns die L gewandelt, um das S< dem innersten Sinn lässt er keine Gelegt Mindesten in seiner Welt und Menschheit streng war, nach Einmal wandelte ahn, die der freischaffende rabbinische Geist hriftwort geistvoll za bereichern und doch mit desselben in Zusammenhang zu bleiben. Auch nheit vorübergehen, um das Rätselhafte zum )ildlichen Bedeutung für die Entwicklung der überhaupt, oder Israels und seiner Geschichte insbesondere darzustellen. Es ist bekannt, dass er die gesammte