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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1912-01-01 · 3. Heft. (1912) · p. Seite 98

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
34 (1912)
Issue
3. Heft. (1912)
Date
1912-01-01
Page
Seite 98 (sequence 2)
Language
German
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98 *ז Welche Stellung nahm non Nachmani ein? Hier lag für ihn, den stets eifrigen Verfechter alttalmndischer Grössen, die Versuchung nahe, mit mindestens ebenso grosser Entschiedenheit den Maimani anzagreifen, wie er es im Sefer Hamizwot getan. Ausserdem war Jona Gerundi sein Landsmann, und, wie man glaubt, sein Verwandter, ln der Maimuni’schen Briefsammlung findet sich ein Schreiben Nachmani’s dessen Aufschrift mit dem Inhalte nicht übereinzustimmen scheint Denn der Sammler gibt an, Nachmani hätte den beteiligten Gemeinden den Rat gegeben, Salomo und seinen Genossen bis zu ihrer etwaigen Besserung in den Bann zu tun. Der Inhalt ist, wie auch Jost bemerkt* keineswegs so klar. Es ist dies demnach keine neue Entdeckung. Trotzdem hat Jost sich nach jener Aufschrift gerichtet und Nachmani zum Verfechter Maimuni's und seiner Anhänger gemacht. Der Inhalt des Briefes kann, wenn man bedenkt, dass der Hauptangegriffene David Kimchi hiess, dessen Gegner wohl als ״Siphim“ bezeichnen, die doch David einst dem Saul verraten. Freilich darf man anderseits nicht vergessen, dass auch einer von Salomo’s Genossen David ben Saul hiess. Der berühmte Satz von der Sonnenverdunkelung am Tage drückt keine Zustimmung aus, vielmehr scheint der Sinn zu sein: ״trotzdem muss der Gegner seine Sache vortragen können, und die Achtung vor den grossen französischen Lehrern darf uns nicht zur Ungerechtigkeit veranlassen“. Bedenke man doch, dass die Maimunisten die Verketzerten waren, und dass es ganz im Sinne Nachmani’8 lag, den Gegner ausreden zu lassen. Nehmen wir aber selbst au, dass er hier ein Wort für die Wissensfeinde eingelegt hat, 80 sah er auch in ihnen nur die Angegriffenen. Jedenfalls warnte er vor übereifrigem Vorgehen und beklagte die zerrissene Einheit des Judentums. Ihm wäre ein reiner Meinungskampf das Liebste gewesen, er hätte die Stimme der Leidenschaft vor so heiligen Gegenständen gerne verstummen lassen. Keineswegs erscheint er als ein ausgesprochener Parteigänger, sondern die Sache selbst ist ihm das Ziel aller Bestrebungen. Wie wenig einseitig sein Urteil war, das zeigt das grössere Sendschreibsn, welches er erliess, nachdem viele Rabbinen sich von Salomo getrennt hatten.. Da war es die Sinnesänderung, die seinen Tadel hervorrief, denn er hielt Gesinnungsfestigkeit für die Hauptforderung, die an einen Rabbiner gerichtet werden konnte. Nun spricht er aber auch erst aus, was er früher in sich verborgen, dass ihm der Bann gegen die Leser maimuni'scher Schriften ein Greuel gewesen. Er erkennt die hohen Verdienste des angeriffenen Maimonides um die

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