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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1912-01-01 · 2. Heft. (1912) · p. Seite 95

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
34 (1912)
Issue
2. Heft. (1912)
Date
1912-01-01
Page
Seite 95 (sequence 49)
Language
German
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96 R. Akiba zuschreiben. Was Funk der Auswahl des ,Redaktors aus den Überlieferten Lehrmeinungen zuspricht, u. A. Megilla (nicht Sukkah!) 1 g, wäre, wie wir in unseren Ueb. d. Z8h. d. M. 1, § 13e nachgewiese!1 haben, von Juda Hanassi als selbstständiges Werk oder als selbständige Auswahl ein grosser Fehler gewesen Waren aber nach allen Aneinanderreihungen Mischnastücke vorhanden, die nicht zu beseitigen waren, 80 bietet uns das eine Begründung für R. Josuas Vorgehen, indem er sich dem Zwange ,fügte, in etwas 1: estehendes nicht zerstörend einzugreifen, aber für seine Auswahl 1us dem Vorhandenen waren ganz andere Beispiele zu bieten, wie wir sie in unserem ״Die Mischna Aufbau und Quellenschein ung, Berakhoth bis Schebiith“ Maasseroth, Maas8er scheni geboten haben. ״Die älteste Form der schriftlichen Aufzeichnung“ bringt eine Stelle (S. 33;, die, wie Megilla 1, 4 ff., eine alte, gedächtnismässig geordnete Iialakbareihe darstellt. Durch den babylonischen und palästinensischen Talmud geht Vf. mit Riesenschritten hindurch. Die Stellen über die Entwicklung der Halakha sind leh -reicb und gut aneinandergereiht. Ebenso die aggadische Seite, die sehr zu empfehlen ist. Um noch einmal auf das oben uns gebotene Zugeständnis bezüglich der Hauptergebnisse meines ״ersten Bandes, zweite Auflage“ zurückzu80mmen, wäre mir ja ein Zurück greifen auf die bez. Quellenschri ten lieber gewesen, als allein die kurze Literatur-) angabe am Anfang, wo ich selbst ja auch nicht fehle. Mein Buch ist dort erwähnt, auch ([er Dr ckort, Strassburg, aber statt der zweiten Auflage von 190? nur die erste Auflage von 1890—92. Ich kann nicht umhin, auf das Wort unserer Weisen hinzudeuten: האומר דבר בשם אומרו צבא גאולה לעולם ,־אל תמנע מוב מנעליו. Welcher Leser denkt auch nur daran, die Literaturangabe vorne viel anzusehen? Ganz anders, wenn unten, wie Vf. auf die ״Entstehung des Talmuds“ hingewiessn, er auch 80 den Anteil anderer Forscher an seinen Ergebnissen1) (denn ein Buch mit Talmudstücken soll Ergebnisse enthalten) angibt. Damit ist seiner Arbeit das Verdienst nicht genommen, aber es ist, abgesehen von dem berechtigten Selbstbewusstsein der Anderen, damit auch auf den Zusammenhang wissenschaftlicher Tätigkeit hingewiesen, es wird immermehr das Wiiken ein gemeinsames, es verkettet sich alles immer mehr su einer festen wissenschaftlichen Ueberlieferung; und das ist cs ja, was den Wissenschaftler von dem blossen Liebhaber unterscheidet. Funk ist ein Wissenschaftler. Er weiss, wenn Einer auf Erden, was geschehen ist und was geschieht. Er hat es hier cg zeigt, wie er ohne viele Worte anzudeuten versteht. Er bietet soviel des Eignen und Trefflichen, dass er sich auch den Umstand, fremde Arbeiten benutzt zu haben, zum Ruhme anrechnen kann. Denn seine Aus wühl darin wird stets gut sein. >) Ich spreche hier zugliiich für die andern von ihm benutzten Forscher.

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