Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 34 (1912)
- Issue
- 2. Heft. (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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92 wichtige Deutung der Zeilenreste gelungen, welche die Zeitan- Setzung des hier gebotenen Festes in Uebereinstimmung mit den biblische□ Angaben gelungen. Hier ist ein Nebeneinanderarbeiten von Gelehrten zu bemerken, was die Gewissheit der Erfolge erhöht und die Vermutungen der Einen durch gedankliche Ergänzungen und gedankliche Mittelglieder zu wissenschaftlich festem Gute erhebt. Da hat unter mehreren Forscher Jeder etwas Neues zu bringen, und seine Gabe geht nicht verloren. Es ist von hohem Werte, durch den Vergleich so verschiedenartiger Leistungen Zeuge dieser Gemeinsamkeit zu sein. Ich wollte die Gelegenheit nicht vorübergehen lassen, durch Beleuchtung eines einzelnen, als wichtig weit bekannten und übersehbaren Papyrus dieses Beispiel recht leuchtend unseren Mitstrebern vor’8 Auge zu führen. Nur durch dessen freudige Nachahmung kann der Bann von der jüdischen Wissenschaft genommen werden. Zum Schlüsse wollte ich zu רעלד בתיניכס etc. noch Einiges bemerken. Ich erinnere an das biblische nncc ואתם לא תצאו א*ש ביתו ער בקו, was sich ja gesetzlich in der halakhiscben Satzung ausspricht, ebenso לא תוציא מן הבית ק הכשר חוצה (S. Maim. Pesachopfer Abschn. 9), so dass, wenn es sich hier um’s Pesachopfer handeln würde, darum die Abendfeier des Pesach, das Gebot, im Hause zu bleiben (S. Ende Pesachim אסיקוק rtccn אין ססכדרין אחר die Talmude), begreiflich wäre. Und was וחתשו anbelangt, so ist vielleicht schon damals das sonst gebräuchliche Geschirr während des Festes streng eingeschlossen worden, um erst nach dem Feste wieder benutzt zu werden. Ich spreche dies wiederum nur als Vermutung aus. Welches der hier angegebenen Werke ich non empfehle? Natürlich alle. Es gibt keine grössere Freude, als denselben Gegenstand in 80 verschiedener Fassung bei verschiedenen Forschern zu vergleichen. Mögen so viele Bibliotheken wie möglich das grosse Sachau'sche Werk anschaffen, wogegen die drei anderen Bücher, Ungnad, Meyer und Staerk, in den Händen eines Jeden sein müssten, der sich ein rechtes Urteil über diese Dinge verschaffen will. Tfthnudproben. Von Dr. S. Funk: (Sammlung Göschen.) 135 S. Leipzig, Göschen, 1912. Funk gehört zu den ernsten Arbeitern auf talmudischem Gebiet, d. h. er ist ein selbständiger Geist. Vorliegende Schrift beweist auch, dass er Fremdes zu benutzen und hoffentlich auch anzuerkennen weise. Er bietet zuerst Halakhisches, dann agadische Talmudstücke. Schon in dieser Voranstellung des Halakhiscben liegt ein gesunder Gegensatz zu dem zumeist umgekehrten Verfahren. Wird nämlich die'Agada vorangestellt, so wird die Halakha vielfach ad