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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1912-01-01 · 2. Heft. (1912) · p. Seite 90

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
34 (1912)
Issue
2. Heft. (1912)
Date
1912-01-01
Page
Seite 90 (sequence 44)
Language
German
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90 Nehmen wir zu diesem Zwecke einmal etwas leicht UebfT־• sehbares, Papyrus 6, das Sendschreiben bez. des Pa88ahf6ite8 vor. Z. 1 zeigt im Papyrus eine Lücke; aber Zeile 11 bietet die Gelegenheit, sowohl 1, als auch Zeile 2, worin nur einige Buchstaben fehlen, zu ergänzen. Staerk ergänzt es ״An meine Brüder (Z. 1) Jedonja und seine Genossen, das (ganze) jüdische Heer, Euer Bruder Chananja,“ Ebenso hat es schon Sachau vorher gehabt, während Ungnad nur אל Z. 1 vermutet, nicht *אדי und Meyer (S. 91) ״an meinem Bruder Jedonja“ übersetzt. Staerk übersetzt ■Z. 2 weiter: ״Grüsseu möge die Gottheit meine Brüder. Sachau und Ungnad deuten hier, ״die Götter“, wegen אלודא, heraus, während Meyer sagt: ״Es grüsse Euch Elohim (vielmals).“ Er merkt an : ״eluhaija 8. o. S. 67“, und dort siehf Meyer im Vorkommen dieses Gottesnamens im Passahbriefe einen Beweis, dass hier nicht von heidnichen Göttern die Rede ist. Sachau will auf Jeremia 44 hi uweisen, wo den Juden von Egypten der Vorwurf der Abgötterei gemacht wird, und das glaubt er hier im Passahbrief bestätigt zu finden. Das Passah ist aber stets, z. B. bei Iliskia und bei Josia ein Zeichen der Abkehr vom Götzentum. Hier ist wohl Meyer und Staerk Folge zu leisten, während Ungnad und Sachau von Wissenschaftliehen Vorurteilen ausgehen.!Merkwürdig, dass Meyer bez. der in Achikar vorkommenden Gottesbezeichnung elahaija anders denkt.) Z. 3 beginnt mit ״ *בעתUnd nun“, was den Uebergang zum eigentlichen Briefe bildet. Trotzdem weiterhin in Z. 3 der eine Forscher diese, der andere jene Buchstaben anzweifelt oder vermutungsweise ergänzt, lesen doch Alle : i 1111 .ובעת •ג*;ד.א ז.* •״נ״ er .־־־־״:־ כל:א כן ג׳ ל:א תול־ח על א י ״Und nun, im Jahr 5 des Königs Darius ist vom König an Arsames gesandt worden.“ Z. 4 zeigt vorn eine grosse Lücke, hinter welcher die Buchstaben ד*א stehen. Staerk vermutet ״Jüdisches (Heer).“ Meyer sagt hierüber gar Nichts. Staerk’s Vermutung beruht sicher auf Sachau, der vor א' ein ד "setzt, und daraus nun gemäss Z. 11 und 1 ח*ל יהוד״א macht. Ungnad hat das ד vermutungsweise schon in den Text gesetzt und dann gegen Sachau, auf dem diese Sache doch beruht, nur ירוד־א vermutet. So hat Staerk mit Sachau gestimmt, und diese haben die Mehrheit für sich. Z. 4 setzt sich fort בעת אנתם בן סני א״ב, nach Staerk »Nun also, ihr sollt so. zählen,“ wiederum nach dem Vorgänge Sachaus, dem alle Anderen folgen. איב ergänzt Sachan zu אי נעת עינוי, stellt es aber in Frage und nimmt es noch nicht in die Ueber- Setzung auf. Ungnad sagt hier Nichts darüber. Meyer geht dagegen darauf ein, und ebenso Staerk. Z. 5 beginnt mit ת oder v, wo Sachan עברו oder עבדו vorschlägt, es auch hier noch nicht mit übersetzt, während Ungnad es ohne Urteilsangabe anführt, Meyer darüber schweigt, Staerk

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