Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 34 (1912)
- Issue
- 2. Heft. (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 82 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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82 s־a 0 h 1 i c h e Ordnungen daraas hervortreten lassen. Ich habe diese Grundsätze und deren weitero Folgerungen bis zum Mischnaabschluss an einer ganzen Reihe von Traktaten (Berakhoth bis Schebiith, Maasseroth, Maasser scheni, Roschhaschanah, selbst dom z. T. noch in Handschrift vorhandenen Therumoth) orprobt, gezeigt, mit welcher Weisheit Rabbi diese verschiedenartigen Bestandteile aneinander gereiht hat, gezeigt, wie gedenklich streng der Zusammenhang der Mischna sich herausstellt. Das ist aber nicht ״die glatte Form,“ sondern das cyklopisch mit riesenhafter Kraft und Kunst ־/usammengestellto Bauwerk, an dessen Bestandteilen man ebenso dio Spuren der verschiedenen Jahrhunderte bemerkt, wie man seino endlich gewordene Einheitlichkeit bewundert. Ich bin dem Tone nach noch nie in Bogeisterung geraten — dazu hatte ich nicht Zeit — aber ich habe im Einzelnen den Bau gezeigt und öargcstellt. Ist dies .Mischnawerk nicht ein höheres Kunstwerk, als der angeblich glatto Bau, an dem man keine Umarbeitung bemerkt? Meine Beurteiler, Professor Bahr, Samuel Kraus, Aptowit/cr. selbst der bekannte AK. sich zeiehnendo Beurteiler, der mir nicht wohl wollte, auch ausländischen Zeitungen haben mir gerade diese Pankte zugegeben. Schwarz ist schon einmal, als es sieh um .Maimuni's Miscbne Thora handelte, anderer Ansicht gewesen, und ich habe die Ordnung der Mischna und («emara gegen ihn verteidigen müssen. Uebrigens trifft Schwarz’ Ansicht nicht mich allein, ja, vielleicht mich gar nicht!denn ס־, א:* וסד, דדי(, sondern Dr. Iloffmann mit seiner ״ersten Mischna“ Klüger mit Edijoth, Funk mit s־׳incr ״Ent* stehung des Talmuds“ und seinen ״Talmudproben“, dio alle in der Mischna Zeichen, und zwar äussere Zeichen der Entwicklung sehen und danach ihre Arbeiten einrichten. Ich rede also nicht im eigenen Namen, wenn ich die Lebensarbeit solcher Männer, (wie allerdings auch die m e i n i g e'f nicht verleugnen werde, ehe ich an Schwarz’ bezügliche Ansichten das Mass der Prüfong genau angelegt habe. Schwarz hat ans das diesmal durch folgenden Umstand sehr erleichtert. Zuckermandel hatte seino Ansichten an einer Darlegung des Textes von Teilen der Traktate Kiduschin uud Gittin erprobt. Schwarz ging nun heran, was Kiduschin a'nbelangt, diese Arbeit als nichtig darzastellen. Untersuchen wir eiomal, ob nach seiner Beh&ndlang von Kiduschin hier ein so glatter Bau heraus kommt, wie e r behauptet/ oder eine Fülle verschiedenartiger Bestandteile in eine Einheit gebracht ist, wie i c h annehme. Er will eine Tätigkeit, wie die der obigen Gelehrten, wie ich selbst sie als heilsam und unerlässlich ansehe, die Quellenscheidung in der Mischna, als entbehrlich hinstellen. ״Die Mischna des Traktates Kidd. hat einen mit fester Hand gezeichneten Grundriss. Nicht allein die vier Perakim zusammen bilden im Grossen, auch die einzelnen Perakim bilden, jeder für sich, im Kleinen, ein Ganzes. Im ersten Perek wird die Eheschliessung