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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1912-01-01 · 2. Heft. (1912) · p. Seite 81

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
34 (1912)
Issue
2. Heft. (1912)
Date
1912-01-01
Page
Seite 81 (sequence 35)
Language
German
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81 zutreten. Nun kommt aber erst, was er sagen wiU und was sieb sehr schwer, faat wieder seinen Willen hervordrängt. ״Es ist sicherlich nicht zu bestreiten, dass niemand ohne gründliches Tal• mudstudium in die Tiefen der Mischna einzudringen Yennag, aber es ist ebenso unbestreitbar, dass man die Mischna als Ganzes für sich, ohne die beiden Talmuds, durchforschen muss, um sie als architektorischea Meisterwerk zu erkennen.“ D. h. ohne Gemara ▼ersteht man den Bau der tannaitischen Grundwerke, wie ihre Entstehung besser. Sonst hat Schwarz zumeist durch die entgegengesetzte Forderung, die an sich unberechtigt war, jedes frisch auftäuchende Erkunden des Mischnawerdens zurückzudrängen gesucht. Einem Zuckermandel und seiner halachischen Bedeutung gegenüber blieb ihm, wenn er dessen Grundansicht vernichten wöllte, Nichts übrig, als Zuckermandels Haupt־ kampfesmittel, das halachjscbe Zurückgehen auf die Acharonim, ganz richtig als gleichgültig für das Verstehen des Mischnawerdens zu er• klären. Das ändert an der Hauptsache Nichts. Wir halten nun für alle Zeiten als Schwarz’sche Formel fest: H a 1 a c h aerkonntnis mit Gemara; Erkenntnis des Mischnawerdens besser ohne Gemara.* *) Aber ich kann dieses Zugeständnisses nicht froh werden. In der Nähe wartet ein herber Schlag auf mich. Von der Mischna sagt Schwarz Folgendes: .Die äussere Form ist solch eine glatte, dass nicht die leiseste Spur einer zweifachen Umarbeitung an ihr gefanden wird. Das ganze Mischnawerk scheint aus einem Guss zu sein.tt Schwarz scheint hior aber, um seine Ansicht zu erhärten, eines Kronzeugen zu bedürfen. Denn er fahrt fort: ״Und von Begeisterung erfüllt, begreifen wir die Bewunderung, mit welcher Maimuni zu dem Manne emporgeschaut hatJ dessen Mischna er sich bei seinem Mischne Thora zum Vorbild genommen.“ Soll ich erraten, weshalb Schwarz hier, bei einer 80 einfachscheinenden Angabe, wie die einheitliche Form der Mischna, sich ohne das wuchtige Ansehen des Maimonides nicht sicher gefühlt hat. j Er hat eine ähnliche Aeusserung einmal irgendwo in der Vorrede zu seinen ״Kontroversen“ getan, und diese habe ich in der zweiten Auflage meines ״Ueber den Zusammenhang der Mischna,“ als eine nicht zutreffende und zu widerlegende hingestellt. Ich habe im Jahre 189J und zum zweiten Male 1909 mit noch grösserer Wucht gezeigt, Iwie ungleich die verschiedenen Teile der Mischna sind, wie sonderbar in ihren Baue, wie unmessbar in ihrem Zusammenhänge. Ich habe dann mit übermenschlicher Mühe zu zeigen mich bemüht, wie vbn unseren Voraussetzungen ganz verschieden die alten Sammlungen, die in der Mischna erkennbar sind, nach der Ordnung des Thorawortes, nach Grundsätzen der Gedächtniskunst unter Zuhilfenahme des Stabdos Endreims, der1 alphabetischen Anfänge zusammengestellt sind, bis die beiden Schulen Hulels und Schammafs _ i •) Das soll mich nicht als Gegner des Gemaraleraena kennzeichnen; habe ich diesem Gegenstände doch als Lehrer immer meine ganze Kraft geopftrt

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