Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 34 (1912)
- Issue
- 2. Heft. (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 78 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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Schnittes stets vorausgehen, behandelt da den dazu gehörigen Tasiftaabschnitt, um dann an geeigneter Stelle mit der Miscbna fortzufahren. Meine Erwartung dem Schwarz’schen Werke gegenüber steigert sich um so mehr, als er in der Einleitung eine Auseinandersetzung mit den Ansichten Zuckermandels über Tossefta und Miscbna in genauester Weise uns bietet. Gerade in der vorigen Nummer habe ich mich mit Zuckermandel und daher mittelbar auch mit Schwarz auseinandergesetzt. Ich will aus vieleu Gründen, ehe ich an die Behandlung der Tosifta von Babakamma gehe, mich zuerst mit dieser einleitenden Abhandlung beschäftigen. Sie enthält zuviel von dem, was ich als meine Lebensaufgabe betrachte, dass Schwarz selbst gewiss darüber sich wundern würde, wenn ich stillschweigend an dieser Auseinandersetzung vorüberginge. Adolph Schwarz erkennt das Streben und die Aufrichtigkeit in der Lebensarbeit Zuckermandels an, wie wir es stets gern und freudig getan haben. Gern hätten wir das Geständnis gelesen, dass Zuckermandel durch seinen durchdringenden Eifer für seinen Gedanken Halacha und Talmud, ganz besonders die Acharonim oft beleuchtet, sich um ihre Durchdringung grosse Verdienste erworben hat. / Die Tossefta ist die Grundlage des gesamten Jeruschalmi, die Mischna als ein Werk der Babylonier aus diesem Grunde der Ausgangspunkt und Erörterungsstoff des Babli, das ist bekenntlich die Auflassung Zuckermandels, welche von Schwarz seit 4 Jahrzehnten bekämpft und von ihrem Vater seit eben so langer Zeit verteidigt wird. Ich habe in diesen Punkten die Schwarz’sche Auflassung stets geteilt. Ebenso wie hier Schwarz, habe ich im vorigen Hefte betont, die Gemara des Jer. folge Schritt für Schritt der Reihenfolge der Mischna, nicht der Tosefta. Wie Schwarz, habe ich dazu solche Traktate in’s Feld geführt, zu denen es gar keinen Babli gibt, und Jer. stimmt mit der Mischna Punkt auf Punkt überein. Wie Schwarz am Ende seiner Einleitung an Einzelstellen beweist, wie Babli und Jer. zu Mischna und Tosifta stehen — und er hat die Stellen sicher nicht gewählt, und er konnte dieselben noch um Vieles vermehren, — so habe ich in voriger Nummer Einzelnachweise geführt und noch mehr im ״Vermischten“ unseres heutigen Heftes, wo es mir gelegentlich eines Megillaschiurs in diesem Winter leicht gewesen ist, u. a. in den hier gebrachten Beispielen und fernerhin in weiter beizubringenden nachzuweisen, dass beide Talmude von Fall zu Fall auf ihr Verhältnis zur Tosifta zu prüfen seien, dass oft die Gemara des Babli der Tosefta näher steht, als Jeruschalmi, oft die j erusalemische Gemara der Mischna näher steht als der Babli. £8 gehört mehr als Heldenmut dazu, diesen Erscheinungen gegenüber von Fall zu Fall eine so eigenartige Auflassung, wie die oben angegebene, zu verteidigen. Wenn nun die Quellen selbst