Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 34 (1912)
- Issue
- 2. Heft. (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 67 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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67 schaft sein, an deren Ergebnissen die Seele hängt, oder aber ei־ ist eine schon anständig gewordene, ihrer Ungezogenheiten entledigte, eine zahme Wissenschaft*), die man liebt, von der man sich aber sofort ab wendet, sobald sie ihre alten listigen Gewöhn- Fahrt sie uns auf die Alpenhöhen der letzten Fragen, da machen wir nicht mit; wir wollen gern im Tale der Gemütlichkeit bleiben, es darf nicht zu düster darin sein, die Sonne muss hübsch hinein scheinen, oder es wird uns zu kalt in der Tiefe. Was wollen nun diejenigen, welche als Vertreter der Religion davon träumen, zugleich Freunde der rücksichtslosen Forschung zu sein? Weshalb blicken sie auf die entschiedenen Freunde bestehender herkömmlich er Gestaltungen der Religion mit übergrossem Hochgefühl herab und glauben wesentlich anders zu sein, als diese? Was wollen die scharfe Fehde gegen sich dem Wissen nicht hsrnhalten können? Täusche sich Nisma fremde Gebiete, berühren nun auch Jene, welche möglicherweise das Wissen führen, während sie salbst lind. Wissen und Glauben sind einander sich in Wirklichkeit nie und im Kopfe des Gelehrten stets nur zum Schaden Beider. Da sehen wir einen Mann wie Harnack. Er hat Sätze des Apostolicums, der gemeinsamen Grundlage aller Kirchen, für unecht erklärt, ist unter dem Jübel der Freidenker und unter dem grimmigen Zähneknirschen der Rechten in die Berliner Universität eingezogen. Er hat stets im Namen der sein Angriff auf die Fassung des Glaubensbekenntnisses war seine Auflassung vom ״Wesen tum eigentümli ch war un schied, seine eigenartigen lieh fortgedeutet. Es waren das die g reien Wissenschaft gewirkt. Stärker als des Christentums.0 Was dem Christend es von allen anderen Religionen unter- Glaubenssatzungen, hat er als unwesenteichen Satzungen, um derentwillen man Ketzer verbrannt, Religionskriege gegen einander geführt und einander unsägliches Leid diese Satzungen, welche *) anderseits muss auch der Glaube bei ihnen immer zahm bleiben und nimmt keine festen Formen an. 1m Einzelnen zugefügt hatte. Waren den Gegensatz des Christentums zum Judentum und Mohamedauismus ausmachten, wirklich unwesentlieh, oder machten sie vielmehr wahrhaft das Wesen des Christentums aus, zumal wenn mi.n an die Folgerungen der Erbsünde, der reinen Gnade und der Arendmahlslehre denkt? Darin hat man