Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 34 (1912)
- Issue
- 2. Heft. (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 53 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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53 hatte, so dass Abulafia bältnisse dazu bei, ihm maimunischen Schriften, geboten hätten, und als ist er gewiss mit einer solchen Zumu verstummen musste. Nun trugen die 7er- Sinnesgenossen zur Seite zu stellen. Es schien, als wenn ein Teil der gebildeten nordspanischen und sudfranzösischen Juden es mit den SatzuDgen des Judentums leichter nähme. Die Gebetroffen dieser Erscheinung nachzuspören, die für sie mit einer Vernichtung der Glaubensgenossenschaft gleichbedeutend war. Da schien es sich herauszustellen, dass ein Teil der besonders der Moreh dazu die Veranlassung von den Meisten trotzdem mit einem entscheidenden Schritte gezlögert wurde, erhob sich ein Mitschüler Nachmani's, Salomo ben Abraham, um durch Bannspruch das weitere Einreissen eines solchen Uebelstandes zu hemmen. Er sandte von Gemeinde zu Gemeinde, aber kein Rabbiner wollte neben ihm gehen. An Nachmani, dem damals bereits geachtetsten Rabbiner Spaniens, nicht vorübergegangen, aber dieser mag den Freund ung zurückgewiesen haben, wohl nicht aas Kleinmütigkeit: er, der allzeit rüstige Verfechter älterer Ansichten, kannte nur den friedlichen Kampf, der gegen Ueberzeugung mit Ueberz eugung streitet, ja, es mag ihm ein derartiges Ringen zum Bestände des jüdischen Geisteslebens sogar notwendig erschienen sein. Schliesslich erliess Salomo ein Schreiben an die noidfranzösischen Rabbinen, worin er die Vergeistigung und Umgehung des Gottesbegriffe und der Anschauusg vom ewigen Leben durch die Maimunisten verurteilte und es hart und bitter tadelte, dass sie für die Gesetze Gründe aufsuchten. Ihn unterstützte David ben Saul, der sich ganz besonders über die ketzerischen Deutungen bezüglich des Gottesthrones äusserte, ausserdem Jona ben Abraham Gerundi, beides seine Schüler. Die nordfranze sischen Rabbinen, welche dem Schauplatze und wohl auch dem Gegenstände des Kampfes fernstanden und von der Verfänglichkeit der Sache darum keine Ahnung haben konnten, Hessen sich nun gern zim Banne gegen die Leser von Madda und Moreh, der gegen die Freunde irgend einer ausserjüdischen Wissenschaft und gegon die Umdeuter irgend einer Schrift- oder Talmudstelle gerichtet war, herbei. Eifrig verbreitete Salomo mit seinen Genossen das Verhängnisvolle Schriftstück in ganz Spanien, und dieser Schritt erschien den Zeitgenossen als ein ungeheures Wagestück. Damals, wo die Gemeinde ein Staat im Staate und gewöhnlich von einer Gesinnung durchdrungen war, schieden sich mo’s selbst, in zwei Parteien, so dass die Synagoge vom Kampfe die Juden Monpellier’s, der Gemeinde Salo-