Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 34 (1912)
- Issue
- 1. Heft. (1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- Seite 42 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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als weitgehendste Vermutung gelten lassen. Zach. 11, 13 finden wir אור יקרות, was in jüdischen Kreisen immer als helles Licht gedeutet wurde. Sollte da ein witziger Kopf aus ■אח יקי nicht אחי איר machen können? Wenn Meyer S. 109 den Göttern keinen falschen Kat zumuten will und deshalb gewisse Teile ausscbaltet, so möchte ich an die Oedipusgeschichte der Alten erinnern, und zwar um so mehr, als er der Geschichte einen ausserjüdischen Ursprung zuschreiben will. Zum Schlüsse will ich noch Eines nicht verschweigen. No. 98 ist bei Ungnad von burzmadän, einem ״Behälter für die heiligen Zweige“ die Rede. Z. 3 ist p*c ירח der Monat Siwan genannt. Ich erwähne nur, dass der Monat Siwan uns das Schebuotfeat bringt und dass da von jeher die jüdischen Gottesh&user mit Maien geschmückt wurden. So bieten diese beiden Bücher dem Forscher die lockendsten Ausblicke der billige Preis rückt die wichtigen Gebiete den weitesten Gelehrtenkreisen näher. Es erübrigt sich jedes Wort der Empfehlung — wir müssen dem Verfasser, wie dem Verlage für die Mühe danken, die sie in vorliegenden Werken der Wissenachaft gewidmet haben. Prof. Strack: Jesus, die Häretiker und die Christen. (Auch u. d. T.: Schriften des Institutuin Judaicum in Berlin No. 37). Deutscher Teil 88, hebr. Teil 40 S. J. C. Hinrichs, Leipzig. Die Gegner des Talmuds haben in ihm gern unaussprechliehe Geheimnisse vermutet, besonders was das Christentum, seine Grundlebren und seine Bekenner anbelangt. Man durfte lange von Talmudstellen sprechen, welche beseitigt worden seien und die wahrscheinlich Schlimmeres als das Schlimmste enthielten. Ganz wohl. Aber nicht Juden haben sie beseitigt, denn deren Treue gegen die Ueberlieferung ist selbst durch Verfolgungen nicht zu brechen. Es waren von der Kirche und später vom Staate angestellte Censoren, welche bei jedem Neudruck des Talmuds darauf zu achten hatten, dass keine dem Tridentinum oder den früheren Kirchenversammlungen widersprechende Stellen im Talmud zurückblieben. Nun bemerkte man im Texte der Neudrucke plötzlich kleinere oder grössere Lücken das Judentum hatte keinen Grund, diese Tatsachen zu verheimlichen, wies vielmehr durch diese Lücken geradezu darauf hin, zumal die Bornbergschen Seitenzahlen und darum der Textumfang der einzelnen Seiten gewahrt werden musste. Aber man sprach von älteren unzensierten Talmudbüchern, die sich z. B. im Vatikan befänden — auch diese mussten sich mit der Zeit öffnen. 1890 hat Laible auf Strack's Veranlassung eine diesbezügliehe Arbeit im Nathanael geliefert, die auch in Buchform, 1891