Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 33 (1911)
- Issue
- 4. Heft. (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 190 (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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190 Baumstark: Festbrevier und Kirchenjahr der syriscnhp Jakobiten. Xll u, 308 S. Paderborn, Schöningh. ' ״Stadien zur Geschichte and Kultur des Altertums“ ist die Bezeichnang für eine Reihe von Veröffentlichungen, welche im Aufträge der Görresgesellschaft und mit deren Unterstützung E. Drerup in München, Grimme u. Kirsch in Freiburg i. d. Schweiz herausgeben, und die bewährte Ferdinand Schöningh’sche Buchhandlung in Paderborn ist die Trägerin des Unternehmens. Unter den Heften, welche uns aus dieser Reihe Vorgelegen haben, ist eins der bedeutendsten und für uns anziehendsten Baumstark's ״Festbrerier und Kirchenjahr der syrischen Jakobiten.“ Wir dötfen ron vornherein voraossetzen, dass sich da manche Beziehungen zum Synagogengottesdienst finden und manche Aufhellungen für das Leben und Treiben der alten jüdischen Lehrhänser im Osten bieten werden. Die Arbeiten Elbogen’s, Jawitz’ und vieler Anderer auf dem Gebiete des Synagogenlebens zeigen ans, dass wir für alle bezüglichen Aufschlüsse sehr empfänglich sind. Ist doch das früher sehr nebenher beachtete Berakhoth für uns fast Mittelpunkt des Forschens und Empfindens geworden. Das Kirchenjahr eines so erkennbaren Kreises, wie die Jakobiten ausmaohen, wirft helle Lichtstrahlen auf deren Verhältnis zum syrisehen Hauptritus, auf das Breriarium der verschiedenen griechischkatholischen Riten, wie endlich der lateinischen Kirche. Syrischgriechisch-lateinisch bezeichnen drei Entwicklungsstufen zur Vereinfachung nach einer, zur Ausgestaltung nach der anderen Seite hin. Jndem Vf. an einer einzelnen Kirchengemeinschaft, an ihrem Festkalender und ihrer Gebetordnung seine Wahrnehmungen macht, kann er auf mehr Sondererscheinungen eingehen und uns mehr Einzelheiten erklären, als es bei grösserem Rahmen und umfassenderen Gegenständen geschehen wäre. Wenn wir z. B. seine Bemerkungen über Äxxmr^o? in’8 Auge fassen, so begreifen wir, warum die dva'maai; soviel darin vorkommt (z. B. Griechisches Breviar Anfang des Oktoechos;!ovo; et 6 oetja; lv xo<!(«)> ■njv dvdavxoiv . . . . xov ’ASäu övaar^aa; .... dann der stete Schluss 8ti 1)?ד ävaara'seaK); wir erkennen die vervielfachten Reihen der Griechen der einen jakobitischen Reibe gegenüber. Wesentlich scheint noch die Heranziehung der Synoptiker gegen das 4. Evangelium. Wir sind überzeugt, dass jeder Freund gottesdienstlicher Entwickelangen hier Neues und Ueberraschendes finden wird. Für uns klingen schon anheimelnd die Bezeichnungen Baütha (Bitte), Penkitta, Madrasa, Sogjatha (םוגיא), enjana, von deren Anwendung wir Aufschlüsse über den Gebrauch ähnlicher Benennungen der jüdisch-babylonischen Zeiten erwarten können. So können wir diese Schrift allen Erforschern irgendwelcher Liturgik nur empfehlen. j