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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1911-01-01 · 4. Heft. (1911) · p. Seite 189

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
33 (1911)
Issue
4. Heft. (1911)
Date
1911-01-01
Page
Seite 189 (sequence 45)
Language
German
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189 . — Absicht wähle ich du Wort Uebertragung, denn das, was Eppenstein hier geschaffen hat, ist nicht eigentlich eine wörtliche Ueber- Setzung des Arabischen aiit allen ihnen bekannten Härten und Vergewaltigungen der heb|. Sprache, sondern eine bei aller Anlehnung an das Original freifliessende, flüssige hebr. Diktion, die es ausgezeichnet verstanden hat, die Gedankensprache und den Gedankeninhalt des arabischen Idioms restlos auszuschöpfen und in die Eigenart der hebr.!Sprache und ihrer geläufigen Termini vollwertig umzugiessen. Es ist das an sich, wie jeder Sbchkundige weise, eine ganz bedeutende Leistung, die souveräne Beherrscbung der beiden Sprachen und nicht zuletzt des zu behandelnden Stoffes erfordert, lund die in diesem Falle den besonderen Vorzug hat. dem Nichtkcjnner des Arabischen eine interessante und genussreiche Lektüre j zu sichern. — Die Persönlichkeit des Abraham ben M. Maimop mit ihrem Freimut, ihrer Offenheit, ihrer Lebendigkeit, mit dek Anschaulichkeit der Schilderung seiner Zeit, seines Publikums, der Riten und liturgischen Gebräuche tritt uns lebendig vor Augen! Die körperliche wie seelische Reinheit und Weihestimmung beim Gebete, besonders bei der .ק ־,־•;־ד und dem קז*'ש, die ׳;שדה der Beter und des Vorbeters während desselben füllt im Grossen ףnd Ganzen die bearbeiteten Kapitel aus• Neben vielem aus dem Talmud und den Decisoren Bekannten, was Eppenstcin durch Fussnoten stets quellenmässig angibt, begegnet uns manche interessante )Mitteilung aber die Minhagim jener Zeit in Synagoge und Friedhbf, Aber die Praxis des Vorbeters und das Verhalten der Gemeinde, aber auch manche interessante Auffassung von der Bedeutung und Wichtigkeit der Gebete, wobei besonders der glühende Eifer bemerkenswert ist, mit dem Abr. Maimon für den Heiligkeitscharakter der דז&רה 'picc eintritt, die כדודו הקדש abgefasst seien.ן Dabei ist Ab. M. voll Toleranz gegen die Beter und will durchaus keine unnötige טירזזא חניבורא. Dagegen ist er ein unnachsichtiger Tadler alles äusserlich zur Schau getragenen. Manch offenes Wort spricht er über das laute, schreiende und gedankenlose Beten und verurteilt alles Uebertreiben und Ueberbieten des Gepeteifers, scharfe Worte der Kritik findet er für diese Vernunftupd Einsichtslosen! Mit diesem Betonen der echten, von Geist und Gemüt beseelten Frömmigkeit, zeigt er sich ganz als der Sohn seines Vaters, dessen er des Oefteren erwähnt, dessen Bescheidenheit bei aller hervorragender Grösse er nachdrücklicbst rühmt, und dem gegenüber er selbst die Worte höchster Bewunderung findet. So ist das Ganze nach vielen Gesichtspnnkten hin eine interessante kulturhistorische Studie zu nennen, die uns zugleijch einen Blick in die Entwickelungsgeschieht« unserer Gebet|Briten werfen lässt. : Dr. H. K r o n e r, Oberdorf-Bopfingen.

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