Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Litteratur-Blatt · 1911-01-01 · 4. Heft. (1911) · p. Seite 168

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
33 (1911)
Issue
4. Heft. (1911)
Date
1911-01-01
Page
Seite 168 (sequence 24)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/6492408-6582235-8773742--4090-4859135
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

188 der Mischna Pea gesprochen.1) Und ausserdem führt, wo die Rede vom Arbeitsmut und von dem dadurch betätigten Gottrertrauen ist, die Spur zu dem umsichtigen und reichen R. Gleasar ben Asarja hin. T Erakhin 4,28 ist verboten, von vornherein alle seine Güter dem Hekdesch oder den Armen zu weihen. R. Eleasar hält ein solches Vorgehen für ungültig. R. Eleasar ben Asarja sagt: Darf der Mensch nun nicht alle Güter dem Eöchsten weihen, wie muss er erst sein Gut schonen! Und dann mahnt er an Sparsamkeit im Fleischgenusse und bestimmt denselben nach der Höhe des Einkommens. Und Rabbi übernimmt diese Mahnungen von ihm (Erakh. T 4, 28), wie er oben die bezüglich der Arbeit auch wiedergegehen. Auch Aboth 3 mahnt R. Eleasar ben Asaija: Ohne Nahrung kein Thoralernen! Und wie Rabbi sich diese Ansicht zu eigen gemacht hat, so will sein Sohn, Rabban Gamaliel, Torah und Derek Erez mit einander verbinden. (Aboth 2). § 47. a) Auch bezüglich der Wohltätigkeit tritt hier das Zeitalter, das R. Jochanan ben Sakkai folgt, gegen das Uebermass und für die rechte Mitte ein. Wer Alles den Armen gibt, hat Nichts getan und sich arm gemacht. Erhalte dein Gut, sieh es nicht für sündlich und irdisch an. Kannst du nicht Wohltätigkeit üben, veranlasse sie. Ein edles Wollen trägt an sich schon gute Früchte, und selbst d i e Tat nur kann vor Gott rechtfertigen, welche weiter fortwirkt und Früchte trägt. (T Peah Anfang). b) Wieviel Taten hat der Mensch nun auszuüben und welchen Umfang haben sie? Wohltätigkeit, Thoralernen — wieviel muss davon geschehen? Keinen Umfang haben sie! Da tritt jener Anfangssatz von Peab in sein Recht. Eine einzige Tat kann den Menschen emporheben und vernichten. c) Wohl, die Welt ist sündlich, der Mensch hat ״seine Taten entarten lassen." So ist ihm die Arbeit aufgelegt worden. Das sagt der spätere Simon ben Eleasar; (H 5 5a) aber das sagt in Sifri 42 auch Rabbi Simon, zu dem alle Wege zurückführen. Durch eine einzige Tat kann Jemand die ganze Welt und ihren Schatz an guten Werken vernichten, kann sie auch wieder durch eine einzige Tat erheben und beglücken. (T 1,11). Das sagt wieder Simon ben Eleasar. Aber das sagt auch wieder R. Simon. Succah 45 b wird im Namen R. Simon ben Jochai’8 gesagt: ״Ich kann die ganze Welt vom göttlichen Straf- ') 8. Aboth d. B. Nathan Anfang 8.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.