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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1911-01-01 · 4. Heft. (1911) · p. Seite 156

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
33 (1911)
Issue
4. Heft. (1911)
Date
1911-01-01
Page
Seite 156 (sequence 12)
Language
German
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156 diese Weise erreichen, dass die umfassende Materie des Talmuds alljährlich ganz darchgearbeitet wurde, so dass bei Diskussionen stets 7 einer vorhanden war, der auf die entsprechenden Parallelstellen hinzuweisen vermochte oder auf eine Widerspruch bekundende Stelle aufmerksam machen konnte. Das Beth-Hamidrasch befand sich wohl von jeher in der Schönlankstrasse auf derselben Stelle, wo es noch gegenwärtig steht. Das jetzige Beth-Hamidrasch wurde im Jahre 1869 erbaut, nachdem das alte baufällig zu werden drohte. Um das Zustandekommen des Neubaues erwarb sich besondere Verdienste der damalige Beth-Hamidrasch- Vorstand Joseph Samuel Cohn,1) und Benjamin Löwe*) aus Deutsch- Krone. Die Einweihung des neuen Beth-Hamidrasch, die am 2. September 1869 (= 26. Elul 5629) erfolgte, vollzog sich nach folgendem Programm. Mittags 12 V« Uhr wurde im alten B. H. Mincho gebetet, worauf Rabbiner Dr. Popper aus Czarnikau die Abschiedsrede hielt und ein Seelengebot für die verstorbenen Mitglieder des alten B. H. verrichtet wurde. Unter Begleitung der üblichen Gesänge erfolgte hierauf die Ueberführung der Thorarollen in das neue Beth-Hamidrasch. In dem Festzuge befand sich auch der Landrat Baron von Joung, dem der Bürgermeister Matzky den Schlüssel überreichte. Vor dem neuen B. H. hielt Rabbiner Brann aus Schneidemühl eine Ansprache, der Chor sang Pischu-li und Uwenucho-Jaumar, worauf die Thorarollen hineingetragen wurden. Im B. H. hielt der Gemeinderabbiner Wäldler die Weiherede. Es erfolgte hierauf die Voriesung der Statuten durch den Vorstand J. S. Cohn, während Lehrer Sachs die Namen der Spender verlas, den Dank des Vorstandes daran anschliessend. Die Schlusspredigt hielt Rabbiner Dr. Freimann aus Filehne. Mit dem durch Kantor Zadik vorgetragenen Adaun Aulom war die religöse Weihe beendet. Bei dem sich daranschliessenden Festmahle hielt Rabbiner Frieden aus Komorn den offiziellen Festtoast. Nachdem die Zahl der Mitglieder des B. H. immer mehr zurückgegangen war, erfolgte schliesslich am 4. August 1897 die Uobernähme des Beth-Hamidrasch durch die Synagogengemeinde, welche es für gottesdienstliche Zwecke und für Beratungen von Gemeindeangelegenheiten verwendet. 1) Dessen Tochter Frau Hulda Cohn wohnt noch in Schönlanke. >) Familienangehörige existienen noch in Deutsch-Krone.

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