Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 33 (1911)
- Issue
- 4. Heft. (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 153 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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153 Die Verkümmerung jüdisches Geistes brachte stets die Verkümmerung des Talmudstrebens hervor. Samaritaner, Sadduzäer, Karaiten und Antinomisten verkümmerten ohne die Nahrung der mündlichen Lehre, oder die Empfindsamkeit trieb sie aus dem Judentum hinaus und lies!) aus ihnen sogar andere Religionen hervorgehen. Wollen wir den Geist und die Kraft Israels erhalten, soll Israel in selbständiger Eigenart und zugleich — das vergessen Menschlichen dauernd bestehen und wir Die — als Glied alles wirken, so ist Kenntnis des Talmuds und seiner Lebensgesetze das Erste und Letzte. Noch ist es Zeit, Alles wiederzugewinnen. Der Hans Bahr’sche Aufsatz, welcher der reinen Liebe zur Sache seinen Ursprung verdankt, wird, wie schon angegeben, leider nicht zu dem Ergebnis führe n, dass talmudische Lehrstühle die Universitäten zieren. Im Anschlüsse an seine Vorschläge erheben wir hier unsere Stimme, zur'Gründung von Talmud vereinen, wo sie nur möglich, anzuregen. Wo auch immer ein Lehrer mit einem Schüler dieser Wissenschaft sich widmet, ist die Voraussetzung gegeben; sie können schon Wo sich mehrere Personen zu solchem Zwecke zusammenfinden, da findet sich um 80 eher Vereins. Es wird sich no einem Verbände zusamm a) D Im Jahre 173!) war in dem Zandowitzschen Pri Mitglieder eines Bezirksvereins werden. der Weg zur Gründung eines solchen bh ermöglichen, alle diese Vereine zu enzuhringen. Die Ergebnisse dessen, was in diesen Vereinigungen verarbeitet wird, kann in Jahresver- Sammlungen und Vereinst lättern zur Kenntnis Aller gebracht werden. Wer diese allgemeinen Vorschläge zu einer besonderen Form bringen will, möge in unse rem Blatte sich dazu äussern oder der Redaktion sonst seine Ansichten mitteilen. Vielleicht lässt sich aus solchen Anregungen ein fet tes Ergebnis erlangen. Wir werden im nächsten Hefte darauf zurt ckkommen. Geschichte der Jaden in Schönlanke. Von Rabbiner Dr. [M. L. Bainberger in Schönlanke. (Schloss.) 5. Kapitel. י ie Synagoge. noch keine Synagoge vorhanden, doch wird iv legium vom Oktober 1739 bereits erwähnt,