Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 33 (1911)
- Issue
- 4. Heft. (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 147 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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147 in geeigneter Reihenfolge in nommen. Von den dort steli dieser auserlesenen Klasse durchgeenden Bibelsätzen, Bibelstacken, besonders Psalmen fahrt der Weg auf’s Einfachste in die Bibel selbst hinein. Sollte es, dies» Möglichkeit vorausgesetzt, so schwer Mischnatraktaten und kleineren Gemärastückchen zu beginnen? Dazu rasten doch die 1 jehrerseminarien ihre Zöglinge aus; sollte nicht der ganze Lehrp lan dieser Anstalten solchen Zwecken gemäss noch zu erweitern sein? Das gesammte Beamtentum im Judentum würde eine grössere Festigkeit und Notwendigkeit erlangen, und die herangewachsBne Jugend würde selbst die stärkste Stütze des Gemeindelebens und die beredteste Verkünderin der geistigen Herrlichkeit Israels werden. Wie anders nun noch in einer Rabbinergemeindei Ein glücklicher Umstand hat es gefügt, dass ein grosser und als wichtig anerkannter Teil «des rabbinischen Amtes der Unterricht ist. Der Rabbiner ist von Amts wegen Lehrer des Talmuds, von der rabbinischen Wissenschaft lat er seinen Namen, und er braucht nur auf die Ueberlieferung c es Rabbinentums zurückzugreifen, um die oben angegebenen Kreis! der Belehrung noch zu erweitern. Er wirkt z. T. in grösseren Gemeinden, deren Jugend bodenständiger ist. Wie schön n uss sich da ausser der angegebenen Oberklasse der Verein ehenaliger Schüler ausnehmen, in dessen einzelnen Abteilungen Gegei stände des Gebetbuchs, der Bibel, des rabbinischen Schrifttums, de * Literatur, der Geschichte des Judentums behandelt werden! ln den anderen Lehrkräften der Gemeinde hat der Rabbiner seine Genossen, und es müsste merkwürdig zugehen, wenn er sich da nie nt als Rabbi würde befriedigt fühlen. Nun ist die Brücke zu den Vorbereitungsanstalten geschlagen. Diese können in allen Provinzen, ja, in vielen Bezirksstädten mit leichter Mühe errichtet werden. Sie wachsen einfach aus den Veranstaltungen und Oberstufen der Gemeindeschulen empor. Was man nun mit soviel zukünftigen Lehrern und Rabbinen beginnen 8011, die daraus emporwachsen könnten? Wer sagt uns denn, dass alle Besucher so Icher Anstalten durchaus in’s Lehr- und Rabbinenamt übergehen mütsen? Die Verengung unseres Toralebens ist ja daher gekommen, da! 8 man durchaus soviel Rabbinen, wie Talmudbeflissene wünscht. Nun neigt der Eine mehr zum ärztlichen Beruf, der andere zum Riciteramt oder zu dem des Verteidigers, ein Dritter fühlt den Kaufaann in sich, möchte aber doch jüdisches