Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 33 (1911)
- Issue
- 3. Heft. (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 138 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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138 Aptowitzer, Das Schriftwort in der Rabbinischen Literatur. (Abbandlang zam 18. Jahresbericht der Israelitisch-Theologischen Lehr- Anstalt in Wien 1910/11. Verlag der Lehranstalt. VII u. 195 S. Eine Arbeit, welche den Namen Aptowitzers an sich trägt, bedarf der genauen Prüfung. Da Aptowitzer selbst die talmudischen Arbeiten der letzten Jabre eingehenden Besprechungen unterzogen hat, lässt sich wohl annebmen, dass er bei seinen eigenen Hervorbringungen auf vorsichtige und verständnisvolle Leser mit selbständigem Urteil gerechnet hat. Der Gegenstand seiner Arbeit: ״Das Schriftwort in der rabbinischen Literatur" ist an sich so wichtig, dass Teile davon, z. B. das Schriftwort in der Hischna, schon früher behandelt worden sind. Ausläufer gehen von hier aus nach den Text- und Quellenfragen der Bibel, und die Neuesten mit ihren Vermutungen können von hier aus geprüft werden. Insbesondere lässt sich erkennen, wieweit die rabbinische Deutung sich von ursprünglich noch bekannten Lesarten hat leiten lassen und ob die anderen Textgestaltungen, wie LXX, Vulgata oder der Syrer dadurch irgendwelche Bestätigungen erhalten. Gerade Aptowitzer, dem durch seine Forschungen ein weites Schrifttum zu Gebote stehen und bekannt werden musste, ist der rechte Hann dazu, den Gegenstand in einer Weise zu behandeln, dass alle die oben angedeuteten verschiedenen Fragen darin sich geltend machen und dass demnach die von ihm behandelten Dinge den verschiedenartigsten Lesern zu Gute kommen. Im Vorwort gibt Aptowitzer von vornherein an, dass aus verschiedenen Gründen die Sammlung nicht vollständig geworden ist. Ein Glück, dass er infolge dessen die Arbeit nicht unterlassen hat. Er gehört also nicht zu denen, die aus lauter wissenschaftlicher Vorsicht einen Gegenstand erst dann beginnen, wenn sie eine in Madrid einsehbare Einzellesart nach einer wissenschaftlichen Reise mit eigenen Augen angeschaut, und die auch jedem Anderen von vorn herein ein weniger umständliches Verfahren übelnehmen. Ohne Einblick in die Einzelheiten des Buches etwa aus dem blossen Vorwort oder einigen Ueberschriften lässt sich das vorliegende Werk und ähnliche Hervorbringungen nicht beurteilen1). Kommen wir zu II Samuel, so soll Kap. 1,1 aus alten Quellen ימים שנים in רבים verwandelt werden; wenn nun aber der nächste Satz mit ויה' ביום השלישי beginnt, sind dann nicht zwei Tage vorausgegangen? Die 70 sind hier gleich dem M. T. So wird hier wohl der Sifre gegen Jalkut und Midr. hag. Recht behalten. 1, 9 עמד גא hatte der Grieche auch, trrijüi Sr, während andere Uebs. das נא nicht auszudrücken brauchen, so dass dort dessen Mangel nicht aulfällt. 1,11 ויחזק דוד נו׳ ואין אחיזה סחות מטסה nimmt Aptowitzer als LA des Babli ויאחז an; durchaus nicht 1 Der Babli will aen Ausdruck חזקה beim Erfassen des Gewandes nicht anwenden, weil eine Fülle *) Wir nehmen Samael 2,1 and Josua 1 als Grundlagen zu Stichproben, nachdem wir da• Ganze durcbgeeehen.