Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 33 (1911)
- Issue
- 3. Heft. (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 137 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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- 137 - — dieser Art erwähnt, und die Arbeit schien ihm dadurch nicht belastet zu sein. Warum fcemQht er sich nicht, alles dahin Ge- hörige in gleicher Weise mit wenig Strichen zu kennzeichnen? Ist der Aufbau eines Werkes, zumal der der 80 vielfach verkannten und als Wirrwarr angesehenen Mischna etwas so Geringfügiges, dass man dieser Seite des rabbinischen Geistes nicht gerecht zu werden braucht? Gerade der Zusammenhang, wie schwer erkennbar er vielfach auch 8( in mag, ist die glänzende Seite dieses Schrifttums. Und seine Rätsel und Sonderbarkeiten können allein zu einer Quellenscheidung iühren. Ich erbebe nicht die Forderung, dass kleine Ausgaben auch die Quellenscbeidung berücksichtigen sollten, da das zu weit führen könnte und’’da die bezüglichen Ergebnisse noch als streitig angesehen werden können. Aber sie harren der Klärung und werden dieselbe sicher erlangen. Ich weise darum nicht minder entschieden auf diese Seite der wissenschaftlichen Darstellung hin, dass ich es gerade bin, der sie seit Jahrzehnten vertritt und der den Anspruch darauf geltend macht, diese Seite der Mischna zur Wissenschaft erhoben zu haben. Ich habe leider noch sehr für die Anerkennung dieser Arbeit zu kämpfen. Da ich ihr Ergebnis für wahr und richtig halte muss ich bewirken, dass bei irgendwelchen neuen Gestaltungen des Stoffes kein Todschweigen stattfindet. Wenn diese unentbehrlichen Ergebnisse »uch bei Juden gesucht werden müssen, die Wissenschaft darf keine Glaubensschranken kennen. Wir haben für dies unser Recht unentwegt einzutreten, und der etwaige Vorwurf der Unbescheidenheit larl' den Kämpfer für etwas Berechtigtes nicht schrecken, deshalb habe ich es mir nie nehmen lassen (und werde es auch in Zukunft nicht), bei Besprechungen diese Seite hervorzukehren, und, da die Arbeiten vorhanden und die Ergehnisse verwendbar sind, die Werke daraufhin zu prüfen, ob diese berechtigten wissenschaftlichen Forderungen darin berücksichtigt sind. Ganz kleine und enge Arbeiten können, wie die vorliegende, dadurch ihren Wert erhöben, weitschichtige Unternehmen, mit wie grossen Ansprüchen auci auftretend, werden durch Nichtberücksichtigung wissenschaftlicher Fortschritte nur in falscher Kreishewegung sich ergehen. Leider hat die vorliegende Berakhothausgabe eines verdienten und von mir als Geschichtsforscher, als Bibelkenner und Metriker oft gewürdigten Gelehrten zu dem vorhandenen Nich׳;s hinzugetan, obschon es in dem gegebenen Rahmen möglich gewesen wäre. Er wird sicher nur dieses Hinweises bedürfen, um bei weiteren Veröffentlichungen diese Forderungen zur Berücksichtigung zu bringen und eine Selbstbeschränkung aulzuheben, welche dem wahren Geistesfortschritte niemals förderlich sein kann. Denn es kann nie geltend gemacht werden, dass eine solche Arbeit dieser Ziele ganz entraten kann.