Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 33 (1911)
- Issue
- 3. Heft. (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 135 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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135 Besprechungen. St&erk, Der Mischnatraktat 0, 60 Mk., Bonn, Marcus Serakhoth in ▼okalisiertem Text. 11. Weber, 1910. — 18 S. Die kleinen Texte für theologische und philologische Vorlesungen und Uebungen, von Hans Lietzmann herausgegeben, bilden ein vielversprechendes Unternehmen des Marcus u. Weber ,sehen Verlags in Bonn; um 80 mehr, als die Heftchen recht anspruchslos erscheinen und viel enthalten. Nach den! Vorgänge der Strack’schen und der Fiebig’schen Mischnatraktat«, mehr an die letzteren sich anschliessend, kommen auch hier einzelne Mischnateile hervor, und zwar in Ergänzung der Fiebig’schen Uebersetzungen ohne Text wird uns hier punktierter Text ohne Uebersetzung, mit erklärenden Anmerkungen geboten. Bei aller Kürze, die s ch der Erklärer notwendig aufgelegt, wäre eine klarere Uebersicht des Ganzen, eine grössere Berücksichtigung des Aufbaues notwendig gewesen; Staerk hätte mehr die Arbeiten benutzen müssen, welche sich damit besonders abgeben. ״Berakhoth heisst der Mischnateil deshalb, weil alle darin behandelten Gegenstände gottesdienstlich mit Berakhoth zusammenhängen bezw. daraus besteben das sind: Schema, Tefilla und Tischgebet.“ — Diese kurz«! Angabe hätte das Ganze wenig belastet, wohl aber den Plan deutlicher hervortreten lassen. (S. mein ״Die Mischna etc.“: Berakhoth S. 1). Beim Gottesdienste steht das Schema an erster, die Tefilla an zweiter Stelle, Genüsse sonstiger Art, die Mahlzeit und der Ausblick in die Welt überhaupt kommen später, so dass die Ordnung des Traktats der Folge der Eindrücke am Tage selbst entspricht. (S. daselbst die Inbaltsangabe.). Abschnitt 2 handelt vo:1 Unregelmässigkeiten und Sonderbarkeiten beim Lesen des Schema, von besonderen Veranlassungen, welche so etwas entschuldigen, und Abschnitt 3 von Personen und Verhältnissen, welche von der Pflicht des Schemalesens frei sind. (S. daselbst 1.). Abschnitt 4 beginnt der vom Gebet handelnde Teil (wie beim Schema) mit der Zeit, bringt später die etwaigen Unregelmä88igkeiten der Uebung und nachher das Mussafgebet, das sich von den drei Tagesgebeten 1 nterscheidet. Anfang 5 bandelt (wie 2,1) von der Andacht und der Begrüssung wichtiger Personen zu gleicher Zeit, bringt dann (wie 4, 2) einzelne Einfügungen in das Gebet (auch solche verboten »r Art), und zuletzt kommt das Ver- Verhängnisvolle, der Irrtum beim Gebet. Mit 6 beginnt eigentlich der 3. Teil: Dank für Einzelgenüsse, hauptsächlich für die Mahlzeit uud für Eindrücke freudiger und ernster Art. Von den Einzdsegenssprüchen leitet es s’chon 6,4 zu Berakhot über, welche andere Formeln vertreten können, was