Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 33 (1911)
- Issue
- 3. Heft. (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 128 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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128 bart'schen Bache gegenüber ergreift and will mich weiter nicht ent• schuldigen, damit die ״Einleitung“ nicht noch grösser wird. * * * Lassen wir uns statt von der ersten Seite des Buches, vom Schluss anfangen. Da fühlt sich Sombart veranlasst, die Gegensätze jüdischen und nichtjüdischen Wesens — und zwar unüberbrückbare Gegensätze, wie sich von selbst versteht — Seite 424 za berühren, und zwar wie sie sich in Dichtung und Schrifttum zoigen. Da nimmt er, um ein. sprechendes Beispiel dieses Gegensatzes zu wählen, das Wasser zum Massstab: (S. 424) ״Wasser und Wald und dampfende Scholle haben ihre Märchen, ihre Sagen, ihre Lieder; haben ihre Ordnungen ebenso eigenartig aus sich erzeugt, wie Wüste und Oase die ihren. Ich weiss nicht, ob schon eine Doktordissertation vorhanden ist, die das Thema behandelt: Göthe and das Wasser : wenn nicht, so wäre es eine dankenswerte Aufgabe, darüber eingehend za berichten. Es wird sich zeigen, dass die echtesten Töne in den Göthe’schen Dichtungen dem eigenartigen Zauber entsprungen sind, den die Dunst- und Nebelstimmung im deutschen Walde übt. ״Füllest wieder Busch und Tal Still mit Nebelglanz“ . . . ״Gabst mir die herrliche Natur“ . . . ״Durch die Steine, durch die Basen Eilet Bach and Bächlein nieder‘* . . . ״Im Dämmerschein liegt hier die Welt erschlossen“ . . . Und tausend andere Stellen — alle Brockenlieder, alle Sturmgesänge zeugen dafür. Schweben uns, (durch die Jahrtausende) Von Felsen wänden und dem feuchten Busch Der Vorwelt silberne Gestalten auf. Dann sind wir eine eigene Menscbheitsgrappe geworden, die sich von denen unterscheidet, deren Väter von heissen Wüstenwinden umweht waren. Aber ich darf diese Gedankengänge, so reizvoll es wäre, nicht in ihre Verzweigungen verfolgen, da mir ja nur die nüchferne Aufgabe obliegt, zwischen jenen besonderen Umwelten und dem Wirtschaftsleben einige Zusammenhänge aufzudecken.“ Wenn er diese Gedankengänge nicht in ihre Verzweigungen verfolgen will, so hat er doch diese wichtige Seite der Sache nicht verschweigen wollen. Er hätte viel sagen können, um den Gegensatz zwischen dem Deutschen und dem Jaden besonders in der Literatur, in der Naturdichtung als unüberbrückbar zu kennzeichnen und den Rückschluss von da aus auf das gesamte Wesen Israels, auch auf