Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 33 (1911)
- Issue
- 3. Heft. (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 127 (sequence 31)
- Language
- German
- Belongs to
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127 zugetraut, trotzdem ganze Entvücklungsschichten anderer Art dazwischen liegen; diesen dazwischen liegenden Zeitaltern soll dagegen eine Ein• wirkang auf das Wesen des Jaden, wenn aach zum Zweck der geschichtlichen Entlastung, (dasu z. B. der Druck der Zeit, das Verbot des Handwerks, die Unmöglichkeit des Ackerbaus bei ansicherem Aufenthalt vielfach den Jaden bestimmt habe) abgesprochen oder nar in sehr geschwächtem Haase zugegeben werden. Das Streben, etwas Neues, noch nicht Ausgesprochenes za sagen, hat in Sombart derartiges, ihm sllbst ganz unbewusst, hervorgerufen. Und unsere lieben unermüdlichen Gegner haben das Werk schon schön angewandt — ob auch unsere Freunde? Da! soll nicht auf Sombart zurückgeführt werden; aber nachdem es ei!mal geschehen ist, hängen sich solche Gesellen an seine Rockschoss!). Das ist schade. Denn wie dem auch sei. Wenn Sombart selbst Recht behält, wenn wir geschichtlich so bestimmt sind, wie er es annimmt, dann können wir ja nichts dafür, haben uns nicht zu verteidigen and können uns mit dem eipapxai helfen. Selbst dann sind wir eine grosse und heilsam wirkende Erscheinung in der Geschichte und der Gegenwart. Man wird das ewigen sich Varteidigens und des ewigen Widerlegens, des steten Kampfes mit Schatten, die sich nicht fassen lassen, recht müde und des darin herrscht!nden Tones recht satt; aber es ist bebegreiflich, dass wir immer wieder darein verfallen. Um unserer Wissenschaft willen bin ich diesem Tone sehr gram — er hat den eigentlich wissenschaftlichen Kampf aus unserer Mitte verbannt und unseren führenden Geistern die Richtung auf Verteidigungs- und Angriffspunkte gegeben. Wenn ich doshalb gegen Sombart Vieles zu sagen hätte, möchte ich hier mich auf Eines beschränken, an einer Stelle klar dartun, dass Sombart wissenschaftlich geirrt, einen schweren Trugschluss in wichtiger Sache sich gestattet ״von der empirischhistorischen Tatsächlichkeit ausgehend. “ (Diese Sombart'sche Forderang erkenne ich an). Und utatt oft Gesagtes zu wiederholen, beginne ich an einer Stelle, wo es Niemand vermuten wird, wo es noch Niemand versucht hat. Nach dieser kurzen Einleitung- Ich blicke auf das Geschriebene zurück — es ist nicht ein kurzes einleitendes Wort von einer halben Seite, ist vielmehr unter der Hand zu einer ganzen diese Seiten aber nicht fort Abhandlung geworden. Ich streiche — sie sind als Augenblicksäusserung, wie ich merke, gar nicht so unwichtig — zum mindesten habe ich mir die Stimmung fortgeschrieben, die mich unwillkürlich dem Som-