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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1911-01-01 · 3. Heft. (1911) · p. Seite 124

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
33 (1911)
Issue
3. Heft. (1911)
Date
1911-01-01
Page
Seite 124 (sequence 28)
Language
German
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124 Besonders interessant ist noch in diesem Zusammenhänge die Tatsache, dass auch der Graf Johann Pico von Mirandolo (gest. 1494), der begeisterte Verehrer der Kabbala, Maimonides zu einem Anhänger der jüdischen Geheimlehre stempelt. Zwar stimme Haimonides, meint er, in seinen philosophischen Spekulationen mit Aristoteles überein, aber nur dem Wortsince nach, hinter diesen Spekulationen seien die Geheimnisse der Kabbala verborgen. Ebenso zeigt sich sein Neffe und Gesinnungsgenosse Johann Franz Pico von Mirandolo (gest. 1533) mit den Anschauungen und Lehren Maimunis wohl vertraut. So gross war das Ansehen und der Einfluss des Maimonides; selbst seine Antipoden, die Kabbalisten, konmen und wollten den grossen Meister in ihrem Kreise nicht missen. lieber Sombut and Goethe’sebe, deutsche und jüdische Naturdichtung. (Werner Sombart: Die Juden und das Wirtschaftsleben. Leipzig, Demker & Humblot, 1911. XXVI u. 476 8.) Ein starker Bandl Was kann er nicht Alles enthalten! Welche Welten Sombart’scher Geistesspiele mögen sich nicht zwischen die ziemlich weit von einander abstehenden Umschläge drängen! Wer seine Vorträge über Juden und Wirtschaftsleben gehört hat, dem begegnet beim blossen Durchblättern eine Fülle ihm bereits vertraut gewordener Schlagwörter, und er fragt sich nun, was in diesem durchaus nicht schmächtigen Buch noch an Belegen binzugekommen sein mag? Kann man einem Sombart gegenüber die Frage der Judenfreundlichkeit oder der Judenfeindlichkeit aufrollen? Bei dem rein wissenschaftlichen Tone, in dem (trotz allen persönlichen Beisatzes) der Verfasser seine Tatsachenmassen an uns vorüberführt, ist es schwer, diesen Standpunkt überhaupt vorauszusetzen. Es macht auf den aufmerksamen Leser oft den Eindruck, als wenn Sombart die Juden hier als Vorwand zur Niederk&mpfung irgend eines gegnerischen Gelehrten und zur Aufstellung eines von ihm als neu betrachteten Wissenschaftliehen Grundsatzes benutzt hätte. Wir wollen heute keine Entgegnung gegen Sombart im Ganzen schreiben. Das haben wir gelegentlich seiner Vorträge schon versucht. Es ist nicht angenehm, immer dasselbe Lied zu singen und sich zu

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