Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 33 (1911)
- Issue
- 3. Heft. (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 122 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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122 d) Schlussworte und Schlussabschnitte ag&discher Art hat es stets gegeben. Was sich uns aber hier als Anfangs- und Schlussart der Sedarim bietet, ist das von den Schulen durch viele Geschlechter hierdurch gebotene Schutzmittel, das dem Geist und das Gefühl der Jgdeo stets kräftig erhielt und uns das Rätsel der wunderbaren Erhaltung Israels am sichersten lösen hilft: Ebenso stark wie der Glaube an den Messias, an die sittliche Weltordnung wirkte der Glaube an die Macht der wissenschaftlichen Erörterung im Lehrhause, die Freude an dem Vorarbeiten des vorhandenen Geistesgutes und an dem Entwickeln neuer Erörterungsglieder. (Fortsetzung folgt.) Maimonides im Kreise der Kabbalisten. T - . Von Rabbiner Dt. Münz in Berent Philosophie und Kabbala bilden einen scharfen Gegensatz zueinander. Jene, die Philosophie, ist das Produkt des vernunftmässigen Denkens, des nüchternen Verstandes und sucht die hellen Strahlen der Wissenschaft auf; diese, die Kabbala, ist ein Kind der Phantasie und hüllt sich gern in einen mystischen, dunklen Schleier. In der Philosophie oder richtiger gesagt Religionsphilosophie haben wir es mit der Versöhnung der religiösen Lehren des Judentums, mit den Resultaten der philosopischen und naturwissenschaftlichen Forschung zu tun; in der Kabbala spielen theosophische Betrachtungen und allegorische Auslegungen des Shhriftwortes eine wichtige Rolle. Maimonides, der vorzüglichste Vertreter der philosophischen Forschung im Mittelalter, spricht sich an vielen Stellen seiner Werke gegen die Missbrauche, zu denen die Kabbala geführt hatte, scharf und abweichend aus. Wir verweisen nur auf die bekannte Stelle More Nebuchim I, 61. Aber dennoch hat die kabbalistische Schule unseren Maimonides in ihren geheimnisvollen Kreis gezogen und ihn als einen ihrer tüchtigsten Gewährsmänner betrachtet. Die kabbalistischen Lehrer kommontierten und erklärten den More Nebuchim und waren bemüht, in diesem philosophischen Meisterwerke ihre theosophischen Lehren und Offenbarungen wiederzufinden. Zu den ältesten und bedeutendsten Verkündern der Kabbala gehört Abraham Abulafia in Spanien, derselbe, der sich als Messias ausgab und den Papst Martin IV. zum Judentum bekehren wollte.