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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1911-01-01 · 3. Heft. (1911) · p. Seite 120

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
33 (1911)
Issue
3. Heft. (1911)
Date
1911-01-01
Page
Seite 120 (sequence 24)
Language
German
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120 (H. 7 a). Der Mensch muss den Ausgleich zwischen diesen Gegen- Sätzen finden, darf sich keinem Triebe einseitig hingeben. Dass wir diesen Satz nicht geistreich deuten, sondern dass wirklich dieser ausgleichende erlösende Gedanke darin liegt, zeigt sich uns darin, dass wir hier einen alten Streit der Hilleliten und Schammaiten vor uns haben; nach den Schammaiten ist der Himmel zuerst geschaffen worden, nach den Hilleliten die Erde. Hier haben wir den Ausgleich zwischen beiden Ansichten. b) Und damit haben wir den höheren Zweck der von uns behandelten Stöcke schon gekennzeichnet. Die Mitte halten zwischen Himmel und Erde, zwischen einseitig irdischem Streben und äbergeistiger Weltflucht, zwischen zielloser, zerstörender Grübelei und dumpfem Nichtdenken. Glaube an eine göttliche Gerechtigkeit, aber suche sie nicht kleinlich in den Erscheinungen des Lebens und des Tages; über alle Enttäuschungen des Diesseits, dem du künftig strebend anzugehören hast, blick hinaus in das Jenseits. Lerne eifrig die Thora, die dich stets jung erhält, und dabei treibe ein Handwerk; übe das Gute und glaube an eine Frucht und Wirkung der guten Tat; ja, glaube, dass ein wahrhaft edles Werk imstande ist, die Welt umzugestalten. § 32. a) Diese Gedanken wurden mit einer Einleitung in die Halakha verbunden, die in kurzen Sätzen die einzelnen Gebiete kennzeichnete, die auch vor den Gefahren der Geheimlehre warnte und auf Beispiele hinwies, die zur Warnung dienen konnten. b) Vielleicht war es eine Petbichatha, wie ja einzelne Satze der Pethichatha zu Mekhilta entnommen sind; eine Petbichatha, die an der Spitze der Halakha stand, bis ihre einzelnen Teile möglichst nach den Orten hinversetzt wurden, die besondere Merksteine des Mischnabaues darstellten. Waren hier die Ordnungen der Mischna und vielleicht ein grosser Teil ihrer Gebiete (wenn nicht alle) nach ihrer Reihenfolge und in der Wahrung ihres Zusammenhangs angegeben, besonders auch die Uebergänge von Ordnung zu Ordnung schon dem Gedächtnisse zu liebe gewahrt, so hat man auch vorher Vorzugsweise Anfangs- und Endpunkte mit Teilen aus dem Ganzen dieser Einleitung versehen. So fanden wir sie denn in Peah (Anfang und Schluss), in Bikurim (am Schlüsse), in Kidduschin (1. und letzten Abschnitt), in Horijoth und Kerithut (Schluss der Kodoschim u. T), wie in Jadaim (einstiger Schluss der Toharot); ausserdem in Moed

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