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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1911-01-01 · 3. Heft. (1911) · p. Seite 116

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
33 (1911)
Issue
3. Heft. (1911)
Date
1911-01-01
Page
Seite 116 (sequence 20)
Language
German
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116 § 26. a) Kommen wir nun zur Merkabah. Wenn Bereschith der Lehre von der Entwicklung und der Eigenschaft der vorhandenen Welt entspricht, so kann, wie schon vermutet, die Merkabah das Walten Gottes in Welt und Menschheit darstellen. b) Die Halakha mochte lehren: ״Wer eine Pflicht ausflbt, dem gibt man das Gute, verlängert seine Tage, und er nimmt das Land in Besitz1)“ (Kidd. 1, 10), und auf den, der dies unterlässt, mochte man das Wort anwenden: .Ein Sünder vernichtet viel Gutes!“ Um einer Sünde willen geht Alles verloren (T Kidd. 1,13). Man mochte den Menschen raten, sich als ein Mittelding zwischen Sündlicbkeit und Tadellosigkeit anzusehen, mit dem Streben für sich und die Welt das Mass des Guten durch die nächste Mizwah voll zu machen, mit der Scheu, durch die nächste Uebertretung Böses über sich und die Welt zu bringen, und so immer weiter. Man mochte lehren, dass die Sünde am Schlüsse des Lebens alle früheren Guttaten vernichte, die Busse alle früheren Sünden wett mache (T Kidd. 1, 15, 16); so fragte der Zweifler: Zeigen das die Tatsachen des Lebens? Man mochte sich auf jenen älteren Satz von Sanh. 10 beziehen, der da lautet ״Ganz Israel hat Anteil an der zukünftigen Welt, wie es heisst: Mein Volk sind lauter Gerechte, sie erben das Land der Ewigkeit לעולם יירשו ארץ (H 17, worauf das 'ונוחל את הארץ geht). c) Wo finden wir denn aber das Gute von מטיבין und מאריכין? Einmal beim Gebote der Kindesliebe ״damit du lange lebest und es dir wohlergehe“, und denn bei שילוח הקן, dem Gebote, aus dem Vogelnest nur die Jungen auszunehmen und das Muttertier fortzuschicken (Deut. 22, 6 7), wo es heisst 5.ולמען ייטב לך והארכת ימים) So heisst es denn Chullin 12, 5 wiederum in einem Schlussworte: (H 15) ״Der Mensch darf den Muttervogel nicht mit den Jungen fortnehmen, nicht einmal, um den Aussätzigen dadurch zu reinigen (T10,16 weil damit eine Uebertretung begangen worden ist); *) Die Genouen Achen sagten dagegen: בל «זכיותיו מרובין מעוונותיו מרי עין לו ורומח בם• ששרן* * בל החורת כולת ולא שייר ממנת אפי׳ אות אחת וכל שעוונות׳ מרובין מזכיותיו מסיבי! לו ורומח כמי שקיים כל תתורח בילה ולא חיסר ממנת אפי׳ אות אתת, was allerdings von den Gemaras im Sinne Simon ben Eleasan TKidd. 1,24 gedeutet wird. Wie aber solche Gedanken ge&ussert werden, zeigt dagegen Kidd. 44 b das Wort R. Eleasar bar Zadoks (s. Aboth d. R. N. 89). *) Nach Kidd. 40 a noch bei תלמוד תזרח wegen כ• תוא חייך ואורך ימיד. Die Beziehungen von Ende Chullin und Kidduschin s. § 64.

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