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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1911-01-01 · 3. Heft. (1911) · p. Seite 112

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
33 (1911)
Issue
3. Heft. (1911)
Date
1911-01-01
Page
Seite 112 (sequence 16)
Language
German
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112 diese Sätze, die sich einst vielleicht Uber alle Qebiete erstreckten (Negaim und Ahiloth nennt der Talmud a. a. 0. 8. §4f.) aus den Schulen Hillels und Schammai’s, und die Namen R. Isaak und Channina ben Achi R. Josua zeigen uns, dass die Bestrebungen des ״Stutzens“ bis zu den Zeiten R. Simon ben Gam&liels und Rabbi’s fortgesetzt wurden. § 22. a) Hatte man nun einen halakhischen Gegenstand, an welchen sich gewisse Anschauungen knUpften, wie hier in Chagigah, wo die Gefahr zuerst hervorgetreten, zur Bekämpfung der gegengesetzliehen Strömungen, 80 war damit fUr spätere Geschlechter ein Brauch geschaffen, gleichfalls den gefährlichen Anschauungen ihrer Zeit an derselben Stelle entgegenzutreten.‘) So ist denn Chagigah der Traktat der talmudischen Geheimlehre geworden und die Zeit der Amoräer hindurch geblieben. b) Die Mischna hat den neuen Ansatz, der davon handelt, an das היתר נדרים angefügt, aber nach ihrer Art nur kurz darauf hingedeutet. Arajoth, Maasse Bereschith und Maasse Merkabah sollen selbst vor Wenigen nicht vorgetragen werden. Arajoth ist für die Zeit der körperlichen Mannbarkeit ein gefährlicher Gegenstand, Bereschith und Merkabah fUr die des geistigen Mannbarwerdens. Wenn sich in Jemandem die Fragen von selbst regen, , dann soll man sie mit ihm behandeln; nur er ist der rechte Denker, jeder Andere nur ein Nachbeter, der die Weltweisheit wie irgend einem Beruf betreibt. Und welche Fragen sind das? ״Was ist oben? Was ist unten? Was war vorher? Was wird nachher sein?“ Also die ewigen Fragen der Zeit und des Raumes in ihrer Unendlichkeit drängen sich in das stille Lehrbaus hinein, das bisher ehrfurchtsvoll und kindlich die Ueberlieferungen des biblischen Schöpfungsbericbtes festgehalten hatte. Wer diese Dinge betrachtet, ״kann die Ehre seines Schöpfers nicht mehr zur Hauptsache machen,')“ und es kommt ihm bei seinem Zweifel an Allem vor, ״als wäre er gar nicht auf der Welt.“ Der Himmelswagen des Hesekiel, Merkabab, sollte wohl das Bild des göttlichen Einwirkens auf Welt und Menschheit, sein. Aber wie viele Bedenken rief das Alles nicht hervor? ‘) Vgl. ״Ueb. den Zebg. d. Miechna" 11 S. 40.

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