Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 33 (1911)
- Issue
- 3. Heft. (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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107 — bedurfte es zu dieser Amtsverwaltung keiner extra angestellten Männer, weil die Talmadgelehrten es sich zu einem besonderen Verdienste anrechneten, sich dieser Funktion freiwillig unterzeihen zu dürfen. Es haben sich aber im Laufe der Zeit die Dinge ganz anders gestaltet. Die Zahl der Talm idisten ist sehr zusammengeschmolzen, die wenigen werden von Gesch iften dermassen in Anspruch genommen, dass es ihnen unmöglich wird, diesen Ehrenfunktionen einige Zeit zu widmen“. Deshalb sei die Anstellung eines Dajon notwendig, umso mehr als der Rabbiner zaweilon 1 — 3 Monate ortsabwesend sei. Als weiteres Motiv für die Anstelling Poseners war dessen Armut massgebend, da Posener sich niemals entschlossen würde, eine Unter- Stützung anzunehmen. Die Repräsentanten traten dem Beschlüsse bei, und Posener wurde mit einem Gehalt von 2 Tlr. 20 Gr. monatlich von Seiten der Gemeinde und mit dem gleichen Gehalte von dem Beerdigungsverein und dem B ith-Hamidrasch angestellt. Seine •.Funktionen bostanden darin, dass <1r jeden Tag im Beth-Hamidrasch einen Talmudvortrag halten, in der Synagoge am Sonnabend die Thora vorlesen, in Abwesenheit des Ribbiners ihn vertreten sollte. Posener amtierte hier bis zu seinem am 24. Tischri 5615 (1855) erfolgten Tode1). c) vantoren. Das Amt des Kantors ז rar in hiesiger Gemeinde stets mit dem Amte des Schächters verbunden. Nur die Namen einzelner Kantoren sind von uns ermittelt worden, so Kantor Jacob Sandstein aus Wronke, der am 1. Ijar 5589 (1835) angestellt wurde und bis zum Jahre 1842 liier amtierte. Ein fest iS Gehalt bezog er nicht, dagegen erhielt er, ausser einer Dienstwohnun g, Schlachtgebühren und die mit seinem Amte verbundenen Vergnügungen für verschiedene Funktionen in der Synagoge und bei Familienfeiorlichkeiten. Der Nachfolger Sandsteins war Salomon Nathan aus Wougrowitz, auf den Kantor Zadik folgte. Kurze Zeit amtierte hier Kantor Moritz Eppstein, der aber von der Regierung — als Ausländer — nicht geduldet wurde, worauf Kantor Jacob Cohn aus Gnesen im Jahre 1875 das Amt übernahm und bis kurz vor seinem 1906 erfolgten Tode bekleidete. d) Scjhamoschim. Wie bereits erwähnt (Siehe II. Kapitel S. 8) In den *) Gemeindeakten. Nr. 162 und 167 an Um gerichtet. hatte die Gemeinde in früheren Zeiten einen Oberschamess, der ein Gelehrter war Teichuwaus R. A. E. Teil I «ind die R. 6. A. V