Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 33 (1911)
- Issue
- 3. Heft. (1911)
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 106 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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106 Jahre nach seinem Amtsantritt, am 2. September 1869, ein neaes, dem Thorastadiom gewidmetes Beth-Hamidrasch eingeweiht worden war, das nunmehr für seinen eigentlichen Zweck sehr wenig benutzt wurde. Wäldler selbst widmete sich nach wie vor seinen gelehrten Studien, deren Früchte er in einem geschätzten Kommentare zur Mischna niederlegte ־,j. Sein Amt als Seelsorger der hiesigen Gemeinde — sowohl nach der religiösen Seite hin als auch die Werke der Charitas anlangend — übte er mit seltenen Pflichttreue und Gewissenhaftigkeit aus. Während seiner Amtszeit erstand i. J. 1883 unsre neue Synagoge. Seinen edlen Bemühungen haben die Vereine Ahawas Reim 22), Esratanjim, der Frauenverein und der Verein für jüdische Geschichte Ihre Entstehung zu verdanken, ebenso wie er sich um die Reorganisierung der Chewra Kadischa bemühte. Am Rüsttage zum Schewuothfeste 5664 (19. Mai 1904) beschloss er seine irdische Laufbahn, nachdem er 40 Jahre lang hier gewirkt hatte. Die allgemeine Trauer um sein Hinscheiden gab sich bei seinem Leichenbegängnis kund, zu dem sich mehr als 1000 Menschen eingefunden hatten. Wälders Schwiegersöhne sind: Rabbiner Dr. Buttenwieser-Strassburg i. E., Dr. Kraus-Schildberg, Dr. C. Pick-Berlin, Dr. Wassermann-New York und Dr. Wohlstein-Malmö. Zu seinem Amtsnachfolger wurde Rabbiner Dr. phil. Moses Löb Bamberger (geh. zu Fischach i. Bayern am 14. April 1869), früher Rabbiner in Schildberg i. P., dann Lehrer an dem Lehrerseminar zu Würzburg, am 13. August 1905 gewählt und am 23. September 1905 in sein Amt eingeführt. b) D a j 0 n i m. {, Neben dem Rabbiner waren in früherer Zeit stets noch einige Privatleute in der Gemeinde, welche die Autorisation zum Rabbinat besassen und in Vorkommen Fällen den Rabbiner vertraten oder bei bedeutsamen Angelegenheiten zusammentraten, um mit dem Rabbiner ein Beth-Din zu bilden. Es waren dies die Dajonim (Richter), welche ihre Funktionen ehrenamtlich ohne Besoldung ausübten. Am 16. Juni 1839 fasst die Gemeindevertretung den Beschluss, den gelehrten Talmudisten Rabbi Moses Posener als Dajon anzustellen. In der Begründung des Beschlusses heisst es wörtlich: ,Hier, wo es bisher der Talmudbeflissenen ziemlich viele gab, die, von ihren Geschäften nicht sehr gestört, dem Studium fortwährend obliegen konnten, 11) Veröffentlicht in der Zeitschrift Taaro Hiziaun TI. III bi• VI. 1t) Seit einigen Jahren aufgelöst.