Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Litteratur-Blatt · 1911-01-01 · 3. Heft. (1911) · p. Seite 101

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
33 (1911)
Issue
3. Heft. (1911)
Date
1911-01-01
Page
Seite 101 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/6492408-6582235-8773741--4020-4859066
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

'1 101 — 2. Rabbi Moses Michel : Nach dem Tode Aschs bleibt die Rabbinerstelle unbesetzt, |ie Rabbinatsgeschäfte werden durch die Dajonim (Rabbinatsassessoren) Rabbi Jona, Rabbi Salomon und Rabbi Moses Meier besorgt. In einer wichtigen Angelegenheit, ״die Schuldentilgung der Gemeinde betreffend“, wurde am 22. Siwan 5572 der P08enor Rabbiner nach Scbönlanke berufen, am eine Einigung ^wischen den Gemeindemitgliedern herbeizaführenJ). Im Jahre 1820 erst begegnen uns wieder Unterhandlungen wegen der Anstellung eines neuen Rabbiners. Am 21. Oktober 1820 ergeht eine Regierungsentschliessung, jn der die Synagogenältesten befragt werden, ob und bei wem der zur Anstellung in Aussicht genommene Rabbiner Moses Michel Rabbin&tscxamen abgelegt habe* * * 4 * 6). Darauf erklärt Michel, dass er bereits von- 29 Jahren in Berlin vor dem dortigen Oberrabbiner und den Assistenten die Prüfung als Rabbiner abgelegt habe6). Am 1. März 1821 erfolgt die königliche Bestätigung7). Rabbi Moses Michel mit dem Beinamen Hecharif, d. i. der Scharfsinnige, war ein hervorragender Gelehrter, der mit dem berühmten Posener Oberrabbiner R. Akiba liger in gelehrtem Briefwechsel stand8). Die Ansprüche an das Leben waren damals doch schon grösser als z. Z. der Anstellung des Rabtiners J. Asch. R. Michel erhält ein wöchentliches Gehalt von 4 Ta ern und die üblichen Nebeneinnahmen. Schon ein Jahr nach seiner Anstellung sieht die Gemeinde ein, dass das Gehalt unzureichend ist und beschliesst deshalb eine Gehaltszuläge in der Höhe von 2 Talerr auf die Woche, ״da die Gemeinde es nicht wünscht, dass ihr Rabb ner mit Nahrungssorgen sich Aach bei andrer Gelegenheit boweist die Gemeinde ihre Anhänglichkeit an den Rabbiner. Als er im folgendem Jahre seine Tochter verheiratet, macht ihm die Gemeinde ein Geschenk von 100 Talern und leiht ihm ausserdem noch 50 Taler, die in Raten von 1 Taler wöhentlieh zurückgezahlt werden9). Umso mehr muss danach folgende Episode uns eigentümlich berühren. Der Kanzelparagraph existierte damals bergen Jeschuru, Aufsatz ״Samter“ und Jahrbuch der jüdisch-literarischen Oe- Seilschaft Band HL 8eite 97. — En Nachkomme Asch's ist der hier wohnende Herr Emil Asch. 4) Hebräisches Protokollbach der hiesigen Synagogengemeinde, beginnend 6671 (1808), bis 6690 (1897). ») M. A. F. XVIH Nr. 6I,i.) ebenda. 7) Akten des Königlichen Lai idratsamt Czarnikau, Register B. Fach XXII Juden 49 V0L 2/1. Dem Akte sini die Originalzeugnisse Michels beigeheftet •) Teschuwans R. A. E. Teil I No. 98. ») Protokoübush.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.